Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 14 (1839))

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Die damit gestattete Nachweisung eines Gewohn¬ 
heitsrechts wurde damals nicht versucht, mithin die Frage 
nicht erschöpft. 
Ihrer practischen Wichtigkeit halber ist solches aber 
gewiß wünschenswerth, da nicht nur bei Processen über¬ 
haupt, sondern auch z. E. bei Führung von Vormund¬ 
schaften über die Relicten eines Gerichtshalters, Bürg¬ 
schaft der Ehefrauen derselben und dergleichen, die wesent¬ 
lichsten Folgen daraus fließen. 
Da sich nicht weniger wie 31 theils geschlossene, 
theils ungeschlossene Patrimonialgerichte im Fürstenthume 
Lüneburg befinden, von denen der größte Theil von rit¬ 
terschaftlichen Gütern relevirt, so dürfte es an einschla¬ 
genden Fällen nicht fehlen, und diese Zeitschrift nicht ab¬ 
geneigt sein, Mittheilungen därüber aufzunehmen.*) 
Gründe, die Königliche Justiz=Canzlei bewogen hät¬ 
ten, von der (vide oben) im Jahre 1807 ausgesproche¬ 
nen Ansicht abzugehen, sind dem Einsender nicht bekannt 
geworden. 
Für die Richtigkeit der ältern Ansicht scheint übri¬ 
gens nicht nur eine Bestätigung in der 
Verordnung vom 7. Januar 1838 
zu liegen, sondern auch in dem Umstande, daß die Gerichts¬ 
halter die, in ihrem Gerichtsbezirke wohnen, andern 
Falls gar keinen Richter in erster Instanz haben wür¬ 
den. 
Denn diesen etwa allein das forum privilegiatum 
*) Mit Vergnügen wird die Redaction dieser Zeitschrift der¬ 
artige Mittheilungen zur öffentlichen Kunde befördern, 
und vereinigt daher ihre Bitte um deren gefällige Zusen¬ 
dung an den Herausgeber mit der obigen Aufforderung 
des geehrten Herrn Einsenders dieses Aufsatzes. 
Max-Planck-Institut für
	        
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