Full text: Jahrbücher der gesammten deutschen juristischen Literatur (Bd. 12 (1829))

Jos. Niesert 
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halte nach verneinend beantwortet hatte, die peinliche 
Frage gegen ihn erkannt, sein Geständniss erprefst, 
und ohnerachtet seiner späteren Berufung auf den 
Zwang, der ihn bewogen, die Unwahrheit auszusa¬ 
gen, doch eine durch Furcht vor weiteren Qualen be¬ 
wirkte Wiederholung des Bekenntnisses veranlasst, wel¬ 
cher die Verurtheilung zum Tode und die Voll¬ 
streckung der Strafe folgt. — Uber die Ungerech¬ 
tigkeit der Hexenprocesse und über die Unmöglichkeit 
der Zauberey ist genug geschrieben; fast mehr zu der 
Zeit, wo dieses entbehrlicher scheint, nachdem geläu¬ 
terte religiöse Ansichten überall herrschend geworden 
sind, als damals, wo es Noth that, wiewohl sich schon 
früher gegenüber den Vertheidigern der Möglichkeit 
und Wirklichkeit solcher Verbrechen und der Noth¬ 
wendigkeit ihrer Bestrafung, auch die Stimmen aufge¬ 
klärter gutgesinnter Männer vernehmen liefsen. Inter¬ 
essant ist es aber, dass nach der Reformation, und 
selbst in protestantischen Ländern, diese Pro¬ 
cesse häufiger, als je vorher waren, und dase das Haupt¬ 
verdienst der Gegenwirkung den Jesuiten Than¬ 
ner und Friedrich Span gebührt, welcher leztere 
besonders durch seine (anonym erschienene) Schrift: 
Cautio criminalis seu de Processibus con¬ 
tra sagas liber. Rinthelii MDCXXXI, das be¬ 
rüchtigte Werk Malleus Maleficarum seines ver¬ 
derblichen Ansehens und Einflusses beraubte. Endlich 
vollendete in Deutschland Christ. Thomasius das 
begonnene gute Werk. Dass noch im J. 1749 eine 
Nonne als Zauberin zu Würzburg mit der To¬ 
desstrafe belegt wurde, ist bekannt, und wird auch 
Max-Planck-Institut für
	        
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