Full text: Jahrbücher des Großherzoglich Badischen Oberhofgerichts (N.F. Jg. 2 = Jg. 9. 1834 (1835))

Urkunden nachgewiesen werden, und zur Begründung der 
Besitztlage sey es erforderlich, daß der Besitz ruckwarts vor 
Einführung des neuen Landrechts gerechnet werde. 
Die erste Instanz erkannte günstig für die klagende Gan¬ 
herrschaft, indem sie unter Verurtheilung der Beklagten in 
die Kosten, den Klägern den nachgesuchten Schutz im Besitze 
des Weidrechtes auf Sachsenflurer Gemarkung, links des 
Umpfenbachs ertheilte, und den Beklagten jede Störung durch 
Austreibung der Schaafheerde der Kläger, bei Vermeidung 
gebührender Geldstrafe, untersagte; sodann den Betheiligten 
ihre Beschwerde, auf Ausmittlung des Verhältnisses, wie die 
Gemeindeschäferei, resp. die der beklagten Gutsbesitzer, neben 
jener der klagenden Grundherrschaft bestehen könne, unbe¬ 
nommen ließ. 
Summarische Berufung der Beklagten. 
Zur Rechtfertigung derselben ward abermals eine Aus¬ 
führung darüber geliefert, daß weder der Besitz noch der 
Rechtstitel erwiesen sey. — Die zweite Instanz ließ hierauf 
die Zeugen abhören, und sich die Rechnungen von 1778 bis 
1831. vorlegen, und erkannte demnächst reformatorisch: „daß 
„die Kläger mit ihrer erhobenen Klage ab- und zur Ruhe 
„zu verweisen seyen." 
In der gegen dieses Erkenntniß von Seiten der Ganherr¬ 
schaft ergriffenen Oberappellation ward ausgeführt. Die 
Entscheidungsgründe des Hofgerichts enthielten: a) daß nach 
Aussagen der sämmtlichen Zeugen, das Austreiben der Schaafe 
auf den fraglichen District und die nicht erfolgte Störung 
bis zum Jahre 1831. erwiesen sey. b) daß nach den Pacht¬ 
briefen und Renteirechnungen der ununterbrochene 32 jährige 
Besitz der Schäfekei bis zum Jahre 1810., also bis zur 
Einführung des neuen Landrechts, nachgewiesen sey; damit 
wäre also gewiß der ruhige Besitz von einem Jahre bis 
zur eingetretenen Störung, dargethan, was das Gesetz nur 
Max-Planck-Institut für
	        
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