Full text: Annalen der preußischen innern Staats-Verwaltung (Bd. 2, H. 4 = Jg. 1818, Oct. - Dec. (1818))

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des Ofens weißglühend zeigt. Ist dies der Fall, so kann 
die Heitzung als vollendet angesehen werden, und man ist 
sicher, daß der Ofen die erforderliche Hitze erlangt hat. 
Die ausgebrannten Kohlen werden nun herausgenommen, 
der Ofen rein ausgekehrt und das Brod eingeschlossen, 
nach Verlauf von 4 Stunden wird letzteres ganz gahr 
und gut gebacken seyn. Zur vollkommenen Heitzung des 
Ofens sind gewöhnlich vier bis vier und eine halbe Stun¬ 
de Zeit nöthig; anräthlich ist es jedoch, die Feuerung 
lieber 41 Stunde dauern zu lassen. 
Das hier angegebene Verfahren, welches sich haupt¬ 
sächlich auf das Backen des Schwarz=Brodes bezieht, fin¬ 
det in Ansehung des Weiß=Brodes ebenfalls Anwendung. 
Da aber auch bei diesem der Ofen bis zur Weißglut er¬ 
hitzt werden muß, so würde derselbe zum augenblicklichen 
Einschluß des Weißbrodes zu heiß seyn, und muß des= 
halb vorher eine volle Stunde nach Herausziehung des 
Feuers offen stehen bleiben. Geschiehet dies, so backt sich 
das Weißbrod nicht allein ebenfalls recht gut und schmack¬ 
haft, sondern es können auch mehrere Einschlüsse ver¬ 
richtet werden, als wenn die Heitzung bloß mit Holze 
geschehen wäre, weil die Steinkohlen-Hitze länger an¬ 
hält. 
Die aus dem Ofen genommenen ausgebrannten Stein¬ 
kohlen, welche noch nicht ganz verzehrt und ausgebrannt, 
sondern zum großen Theil nur ausgeglühet und ausge¬ 
schwefelt sind, enthalten immer noch so viel Brennstoff, 
daß sie zum Heitzen von Windöfen mit Nutzen gebraucht 
werden können. 
Das hier nur in der Hauptsache beschriebene Ver¬ 
fahren muß übrigens nach Maaßgabe der Größe der 
Backöfen, der Qualität der Steinkohlen rc. manchen Mo= 
dificationen unterworfen werden, welche nur die Erfah¬ 
rung an die Hand geben kann. Unter allen Umständen 
aber wird der Vortheil der beschriebenen Back=Methode, 
da wo die Steinkohlen ein wohlfeileres Brenn=Material 
abgeben, groß seyn, und deren allgemeine Ausübung er¬ 
scheint wegen der bedeutenden Holzersparung immer höchst 
Max-Planck-Institut für
	        
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