Full text: Annalen der preußischen innern Staats-Verwaltung (Bd. 5, H. 2 = Jg. 1821, Apr. - Jun. (1821))

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mie aus ihren Mitteln zu erlegen, sein Bewenden behält, 
und die Medicinalpersonen von denselben, neben den in 
der Allerhöchsten Cabinets=Ordre vom 2. November v. J. 
bestimmten Gebühren, die größeren Prämien jener Verord= 
nung zu fordern wohl berechtigt sind. 
Berlin, den 15. Mai 1821. 
Ministerium 
Ministerium der geistlichen, Unter= 
des 
richts= und Medicinal=Angele= 
Innern. 
genheiten. 
v. Schuckmann. 
v. Altenstein. 
96. 
Publikandum der Königl. Regierung zu Minden, we¬ 
gen Verhütung des Lebendigbegrabens. 
Da nach §. 476. Tit. 11. Th. II. des Allgemeinen 
Landrechts die näheren Bestimmungen, wegen der zur Ver= 
hütung des Lebendigbegrabens nöthigen Vorsichtsmaaßregeln, 
den besondern Polizeiverordnungen vorbehalten bleiben sol= 
len; so finden wir, um dieser Gefahr möglichst vorzubeugen 
uns veranlaßt, im Allgemeinen hierdurch zu bestimmen, daß 
in der Regel keine Leiche vor Verlauf voller 3 Tage oder 
72 Stunden beerdigt werden darf. Ausnahmen hiervon 
dürfen nur bei epidemischen Krankheiten und nur dann statt 
finden, wenn der betreffende Arzt oder Wundarzt einen 
Schein ausgestellt hat, daß die Leiche alle Spuren des 
wirklichen Todes zeige, und daher unbedenklich beerdigt 
werden könne. Dieser Schein ist dem betreffenden Pfarrer 
mitzutheilen, und ohne einen solchen Schein darf in den 
gedachten Fällen die Beerdigung nicht erfolgen. Pfarrer 
und Todtengräber, so wie die nächsten Angehörigen der 
Verstorbenen, Hauswirthe und deren Stellvertreter, sind 
verantwortlich, wenn letztere, vor Ende des dritten Tages 
oder ohne den für die Ausnahmen vorgeschriebenen Todten= 
schein, beerdigt werden, und verfallen in eine den Umstän= 
den angemessene Polizeistrafe. 
Max-Planck-Institut für
	        
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