Full text: Annalen der preußischen innern Staats-Verwaltung (Bd. 15, H. 1 = Jg. 1831, Jan. - März (1831))

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solvirt. In diesem Falle mag eine mindestens einjährige 
gut angewandte Lehrzeit genügen. 
§. 9. 
Schutzbeamte (Förster). 
In sofern der zur Aufnahme in die Lehre bei einem 
Oberförster sich meldende Lehrling dereinst nur eine Schutz¬ 
beamtenstelle zu erlangen begehrt, hat er sich über folgende 
Schulkenntnisse befriedigend auszuweisen: 
a. Kenntniß der deutschen Sprache bis zum fertigen Le¬ 
sen gedruckter und geschriebener Schrift, auch deutli= 
chen ortographisch richtigen Schreiben; 
b. Fertigkeit im Rechnen in den vier Spezies mit un¬ 
benannten und benannten Zahlen bis einschließlich der 
Regel de tri. 
§. 10. 
Wenn dem bei der Aufnahme in die Lehre zu führen¬ 
den Nachweis der vorbezeichneten Schulkenntnisse nach wohl= 
bestandener zweijähriger Lehrzeit das deshalb vorgeschriebene 
Zeugniß (Lehrbrief) hinzutritt; so wird die Fähigkeit eine 
Försterstelle zu bekleiden, als hinlänglich nachgewiesen an¬ 
erkannt. 
§. 11. 
Verwaltende Forstbeamte (Oberförster). 
Um sich zur dereinstigen Anstellung als Oberförster zu 
befähigen, muß der Forstbeflissene dem Forstbeamten, bei 
welchem er sich in die Lehre begeben will, ein Abgangszeug¬ 
niß (mindestens No. II.) aus der ersten Klasse eines Gym¬ 
nasiums oder einer höheren Bürgerschule (Realgymnasium), 
deren Zöglingen gleich den Gymnasiasten der Vorzug des 
einjährigen Militairdienstes verstattet ist, beibringen. Wer 
durch Privatunterricht die gleiche Schulbildung erlangt zu 
haben behauptet, muß dieß durch ein pflichtmäßiges, gehörig 
ausgefertigtes Prüfungszeugniß des Direktors einer Schul¬ 
anstalt der vorgedachten Gattung darthun. Hat demnächst 
der Forstbeflissene seine mindestens einjährige Lehrzeit so be¬ 
standen, daß er mit dem §. 7. vorgeschriebenen Zeugnisse 
ntlassen wird, so hat er dann jedenfalls noch eine höhere 
Forstlehranstalt, (wie z. B. die zu Neustadt-Eberswalde) 
Max-Planck-Institut für
	        
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