Full text: Annalen der preußischen innern Staats-Verwaltung (Bd. 15, H. 4 = Jg. 1831, Okt. - Dez. (1831))

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§ 133. Bei der Heerde, in welcher sich die Krankheit 
äußert, müssen dem Hirten ebenfalls Gehülfen bestellt, und so 
auch Revisoren zur Untersuchung des ganzen Viehstandes des 
Orts, sowohl in der Heerde als in den Ställen, angesetzt wer= 
den. Dagegen bedarf es keines besonderen Revisors zur Un¬ 
tersuchung des kranken Viehes. 
§. 134. Mit eben der Vorsicht, als es im II. Kapitel 
unter den speziellen Vorschriften verordnet ist, muß bei Aus¬ 
wahl der Grabstellen, beim Transporte des gefallenen oder 
kranken Viehes, bei den Obduktionen, auch überhaupt bei der 
Ausmittelung der Krankheit, und beim Verscharren des Viehes 
verfahren werden, in sofern die Vorschriften dieses Kapitels 
keine besondere Ausnahme begründen. Die Gruben zum Ver= 
scharren des Viehes müssen aber in diesen Fällen von dem Vieh¬ 
besitzer selbst, jedoch ebenfalls nach den Vorschriften des §. 57. 
und 58. angefertigt werden. 
Do ct 
§. 135. Das Abledern wird bei diesen Krankheiten nach= 
gelassen, der Abdecker darf aber aus den Kadavern weder Talg 
herausnehmen noch Luder abschneiden, und von diesem welter 
nichts als die Haut mitnehmen. 
§. 136. Scharfrichter und Abdecker des Bezirks sind ver= 
bunden, während der Dauer dieser Krankheit gleich nach der 
Ansagung, ihre Knechte zur Abholung des Viehes abzuschicken, 
und müssen sich so viel Knechte halten, als die Erfüllung dieser 
Vorschrift erfordert. Diese Knechte müssen sich ohne Hund und 
Karren einfinden. Haben sie bei dem ersten Ausmittelungsfalle 
einen Karren mitgebracht, so muß dieser im Orte stehen blei¬ 
ben, und so untergebracht werden, daß kein Vieh zu demselben 
kommen kann. Bei der Rückkehr müssen die Knechte alle Orte 
möglichst vermeiden, von Rindviehheerden aber durchaus sich 
entfernt halten. 
§. 137. Außer dem Falle, da bereits ein Karren am 
Orte steht, bleibt es der Bestimmung des Landraths überlassen, 
ob zu dem Transporte des gefallenen Viehes ein besonderer 
Karren oder eine Schleife anzuschaffen ist. 
§. 138. Wegen Unterbrechung der Gemeinschaft mit dem. 
übrigen Rindviehe des Orts, so wie auch mit dem Rindviehe 
aus andern Orten, bleiht es in allen Stücken bei den speziel¬ 
Max-Planck-Institut für 
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