Full text: Annalen der preußischen innern Staats-Verwaltung (Bd. 15, H. 4 = Jg. 1831, Okt. - Dez. (1831))

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§. 97. Alle Vorschriften, welche auf die Gemeindevor¬ 
steher und Schulzen Bezug haben, finden in den Städten auf 
die Magisträte und Polizeivorsteher; alle Vorschriften, die für 
den Landrath gegeben sind, auf den Landrath, oder in Städ¬ 
ten, wo ein besonderer Polizei Direktor ist, auf diesen, und 
endlich die Vorschriften für den Kreisphysikus auf den Stadt¬ 
physikus Anwendung, wenn dieser die Physikatsgeschäfte zu be¬ 
sorgen hat. 
Abtheil. 3. 
Von den Personen, welche zur Ausführung der angeordne¬ 
ten Vorkehrungen zu bestellen sind und deren Instruktion, 
von den Direktoren dieser Anstalten und der Oberauf¬ 
sicht der Landeskollegien. 
§. 98. Zur Aufsicht auf die Befolgung aller in der vo= 
rigen Abtheilung gegebenen Vorschriften, in sofern solche auf 
den Ort selbst oder innerhalb des Grenzbezirks desselben Bezug 
haben, ist am Orte ein Aufseher zu bestellen. Diesem liegt 
es ob, darauf zu sehen, daß alle zur Ausführung der Vorkeh¬ 
rungen angesetzte Personen ihre Pflicht erfüllen, und daß so¬ 
wohl im Orte, als in dem Bezirke der Grenzen desselben, 
sämmtliche Vorschriften auf das genaueste beobachtet werden. 
Er muß die Heerden und das Vieh in den Ställen von Zeit 
zu Zeit revidiren und untersuchen, ob von den Revisoren und 
von den Einwohnern pflichtmäßig verfahren wird, auch den 
ganzen Viehstand des Orts aufnehmen. Ihm liegt ferner die 
örtliche Leitung aller Anstalten ob, und unter ihm stehen alle 
angesetzte Personen. Bet allen Vorfällen, die ihm angezeigt 
werden, hat er die vorgeschriebenen Vorkehrungen auf das 
schleunigste zur Ausführung zu bringen, den im Orte bestellten 
Wachen bestimmte Anweisungen über ihre Geschäfte zu erthei= 
len, diese Wachen täglich zu revidiren, den vorgefundenen Un¬ 
ordnungen schleunig abzuhelfen, und Uebertretungsfälle dem Land¬ 
rathe anzuzeigen. Beziehen sich diese Uebertretungen auf Rind¬ 
vieh und giftfangende Sachen, so muß er erstes tödten und 
letzte verbrennen, die Uebertreter aber arretiren lassen, und sol¬ 
che den Gerichten des Orts zur Bestrafung überliefern. Er 
muß ein Tagebuch halten, darin den ganzen Vlehstand nach 
den einzelnen Einwohnern, die Anzahl der erkraukten, der ge¬ 
Max-Planck-Institut für 
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