Full text: Annalen der preußischen innern Staats-Verwaltung (Bd. 7, H. 4 = Jg. 1823, Oct. - Dec. (1823))

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einer bestimmten Pfundezahl von Sachen Anspruch, so wird 
solches in dem Personenzettel gehörig bemerkt. 
9) Bei denjenigen Postämtern, welche vom surplus der 
Einnahme Procentgeld empfangen, wird die Berechnung des= 
selben mit Rücksicht auf diese veränderte Erhebungs= und 
Vereinnahmungsregel dergestalt regulirt, daß bei vermehrter. 
Einnahme, kein höherer Anspruch auf Antheil statt findet. 
10) Die Beförderung des Gepäcks reisender Personen 
von ihrer Wohnung zur Post und umgekehrt, ist nicht Sa= 
che der Postanstalt. Jnsofern sich die Reisenden aber der 
Sicherheit und Bequemlichkeit wegen der Postunterbeamten 
dazu bedienen wollen, ist ihnen solches gestattet. 
11) Wo wegen der Größe des Orts für diese Dienst= 
leistung nicht eine besondere Taxe gegeben ist, darf dafür 
eine Belohnung von 21 Sgr. in Anspruch genommen werden. 
Für diejenigen großen Orte, wo nach der Beurtheilung 
der Postamts=Dirigenten diese allgemeine Taxe nicht aus¬ 
reicht, ist sofort ein der Oertlichkeit angemessenes Taxprojekt 
anzufertigen und zur Prüfung und Genehmigung vorzulegen. 
was demnächst öffentlich im Posthause ausgehängt werden 
muß. 
Kein Wagenmeister, Packbote oder sonstiger Unterbe¬ 
diente darf bei Strafe der Dienstentlassung einem Reisenden 
für die Beförderung der Sachen mehr, als die Taxe besagt, 
abfordern. 
12) Gleiche Strafe trifft dieselben, wenn sie von den 
Reisenden, sey es auf welche Art es wolle, ein Trinkgeld zu 
erlangen suchen, ohne vorgedachte Dienstleistung verrichtet 
zu haben. 
Wenn für eine oder die andere Postanstalt diese allge= 
meinen Bestimmungen wegen besonderer örtlicher Verhält= 
nisse, nicht ausreichen sollten, so ist darüber sofort zu be¬ 
richten und weitere Instruktion einzuholen. 
Berlin, den 8. December 1823. 
General=Post=Amt. 
Ragler. 
Annalen Heft 1V. 1823. 
6hh 
Max-Planck-Institut für
	        
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