Full text: Annalen der preußischen innern Staats-Verwaltung (Bd. 11, H. 2 = Jg. 1827, Apr. - Jun. (1827))

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in Anschlag bringen; das Wunder von 1781 ist bereits durch 
unsere Darstellung erläutert. 
Wir haben geglaubt, dem wichtigen Werke Schritt für 
Schritt folgen zu müssen, weil nur auf diese Weise es mög¬ 
lich schien, dem Leser einen deutlichen Begriff von dem, was 
er zu erwarten habe, zu gewähren, und ein Urtheil zu be¬ 
gründen. Faßt man das Einzelne in einen Gesammtüberblick 
zusammen: so findet sich eine zwar schon ausgesprochene, aber 
bisher nirgend motivirte und bewiesene Grundursache der Re¬ 
volution in ihrer Entstehung und Ausbreitung, ferner eine Zu¬ 
sammenstellung der inneren Verhältnisse Frankreichs, wie man 
sie bisher nicht hatte, und wodurch ganz wesentliche Irrthü¬ 
mer, welche allgemein verbreitet waren, berichtigt werden, end= 
lich eine detaillirte Darstellung der ersten sieben Regierungs¬ 
jahre des unglücklichen, vielfach verkannten Ludwigs XVI.; 
und diese Darstellung erscheint unentbehrlich zum Verständniß 
künftiger Ereignisse, da deren Keime sich bereits entwickeln. 
Dieses Alles, wie geistreich angelegt, wie würdig durchge¬ 
führt, wie neu und überraschend es immer ist, könnte ein 
schöner Roman sein; aber der Vf. führt überall den Beweis, 
führt ihn nicht aus Compilationen, sondern aus den Ur¬ 
quellen, und diese Quellen sind zum allergrößten Theile nicht 
Vertheidigungsschriften der Königl. Macht in Frankreich, sondern 
Werke ihrer Gegner, die nur durch eine merkwürdige Verwir¬ 
rung der Begriffe von Recht und Unrecht, Ehre und Schande, 
zu solchen Geständnissen ermuthigt werden konnten. Noch 
darf man fragen, ob denn aber auch die zahlreichen Citate 
ihre Schuldigkeit thun, d. l. beweisen, was durch sie bewie= 
sen werden soll. Es würde eine ungeheuere Arbeit sein, sie 
sämmtlich nachzuschlagen. Rec. hat sich beschränkt, dies da 
zu thun, wo ihm Angaben entgegentraten, die selbst seinem 
Unglauben an die bisherigen Darstellungen bedenklich schlenen; 
er hat diese Angaben überall und immer bestätigt gefunden, 
und hält sich deshalb für berechtigt, das Ganze als historisch 
begründet anzusprechen. Dadurch aber wird das Urtheil mno¬ 
twirt: daß weder die deutsche, noch die französi¬ 
sche Literatur ein Werk über den behandelten Ge¬ 
Max-Planck-Institut für
	        
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