Full text: ¬Der Waffenträger der Gesetze (Nr. 2. 1801, Febr. (1801))

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Waffenträger der Gesetze. Februar. 1801. 
N. 1. 
Seine Churf. Durchlaucht haben schon in den ersten Augen= 
blicken höchst ihres Regierungsantritts die Lage der sämmtl. 
Churf. Dicasterialdienerschaft nach aller ihrer Blöße beherziget, 
und in diesem wichtigen Staatsverwaltungstheile eine eingerissene 
Willkühr, und den vollkommenen Mangel eines consequenten 
Systems wahrgenommen, daher auch die Nothwendigkeit ermest 
sen, eine Grundrevision des sämmtlichen Dienerpersonals, ihres 
Besoldungsstaats, und des Pensionsfaches vorgehen zu lassen, 
damit der Dienerstand allenthalben nur auf seine 
nothwendige Anzahl festgesetzet, aus lauter sitt¬ 
lichen, fähigen und thätigen Subjecten organi¬ 
siret, diesen eine hinreichende Besol¬ 
dung ausgeworfen, und endlich dem Pensionswesen, eine dem 
Staat minder drückende, und den pensionirten mehr wohlthätige 
Einrichtung gegeben werde; gleichwie aber die inzwischen in der 
Churpfalz eingetretenen kriegerischen Verhältnisse, und der dor= 
tige unsichere Länderstand, der Gründlichkeit und Sicherheit die= 
ser Operation noch zur Zeit im Wege stehen, gleichwohlen aber 
immer Bittschriften und Beschwerden einlaufen, welche nur mit= 
telst jener Grundorganisation ihre Erledigung erhalten können: 
so empfängt hiermit die Churf. Hofkammer acht dergleichen Vor= 
stellungen zu dem Ende zurück, um seiner Zeit, wenn der Colle= 
gialstatus als Basis der neuen Organisirung eingefodert werden 
wird, hierauf Rücksicht zu nehmen, übrigens sich versichert zu 
halten, daß in dem geeigneten Zeitpuncte jedes geeignete Mittel 
zu Veredlung der Collegien, zur anständigen Subsistenz ihrer 
Glieder, zur Beförderung des Dienstes, zur Verhütung jedes 
Seitenwegs und Afterzwecks, zur Verbesserung des pensionirten 
Staats, kurz zur Vermehrung des allgemeinen Landes Besten, 
seine nachdrückliche Anwendung erhalten werde. München den 
12. April 1799. 
Max. Joseph. 
Max-Planck-Institut für
	        
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