Full text: Beiträge zur Kenntniß der Justizverfassung und juristischen Literatur in den preussischen Staaten (Bd. 12 (1801))

103 
4) Starosteigerichte, nehmlich an den Ge= 
neral von Großpolen gegangen, vid. Instruct. die=¬ 
ser Gerichte. Diese Starosteigerichte oder Judi- 
cia intermedia capitanealia bestanden blos in dem 
General von Großpolen, als Starosten von Posen. 
Dieser ließ solche aber per Judicem surrogatum ver¬ 
walten, welcher sich eines Notarii bediente, der 
jedoch kein Votum decisivum, sondern nur consul- 
tativum hatte. Von diesem Gerichte gingen die 
Revisionen an die Curia regia nach Warschau. 
Jn den Mediatstädten war der Stadtvoigt, oder 
wenn keiner existirte, der Magistrat die erste Jn¬ 
stanz in allen Civilangelegenheiten; die Appellatio¬ 
nen gingen an den Grundherrn, und von diesem 
fand weiter kein Remedium ordinarium stätt. 
Jn den Dörfern war dieses ebenfalls der Fall. 
Vor den Schulzen und Gerichten wurden zuerst 
die Klagen angebracht, und wenn mit dem gefall= 
ten Spruche einer oder der andere Theil nicht zu¬ 
frieden war, so konnte er sich an den Grund¬ 
herrn wenden, und es fand alsdann ebenfalls kei= 
ne andere Appellation statt. Die Grundherrschaf= 
ten fällten entweder die Sentenz selbst, oder lie¬ 
ßen dieses durch ihre Oekonomieverwalter und 
Kommissärs bewerkstelligen. Es findet sich aber 
keine Spur, daß sie Rechtsgelehrte hierbei zu¬ 
gezogen haben. 
Außer diesen Gerichten ist auch im Jahr 
Max-Planck-Institut für
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer