Full text: Beiträge zur Kenntniß der Justizverfassung und juristischen Literatur in den preussischen Staaten (Bd. 12 (1801))

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ner in allen Rechtsangelegenheiten und Schuldsa= 
chen, ohne Rücksicht auf die Summe. Es wur= 
den von demselben oder durch dessen Deputirte alle 
Testamente, Taxen, Visionen und Jnventarie, | | 
aufgenommen, auch alle Jnjuriensachen zwischen 
höhern Personen verhandelt. Sachen von gerin= 
gerer Erheblichkeit wurden von dem Stadtvoigt 
und Notarius als Judex pedaneus ausgemacht, nem | 
lich Jnjuriensachen zwischen geringen Leuten, und 
welche keine weitläuftige Untersuchung bedurften, 
Gesinde= und Schwängerungssachen, und di | | 
Angelegenheiten der Durchreisenden. Die Appel = 
lationen von beiden gingen an den Magistrat, die 
Untersuchung der Kriminalfälle gehörte ebenfalls 
vor das Stadtvoigteigericht, allein die Entschei= 
dung, besonders in Kapitalverbrechen, gehörte vor 
das Stadt= und Schöppengericht zugleich, welche= | | 
alsdann ein Judicium compositum ausmachte. 
3) Die Magistratualischen Gerichte, oder | | 
das Officium consulare, bestanden aus einem Prä= 
sidenten, einem Notarius und einem Syndikus, wel= 
che letztere aber kein Votum decisivum hatten. 
Vor dasselbe gehörten alle Polizei=, Jnnungs= 
und Einquartierungssachen, alle Konkurs=, Vor= 
mundschafts= und alle andere rechtliche Angelegen= 
heiten, auch die Appellationen von den Kämme= 
rei=, Stadtvoigteigerichten und dem Judice pe- 
daneo. 
Die Appellationen sind an die 
Max-Planck-Institut für
	        
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