Full text: Beiträge zur Kenntniß der Justizverfassung und juristischen Literatur in den preussischen Staaten (Bd. 12 (1801))

101 
verstanden, und in Posen existirten folgende 
dreierlei Gerichte . 
a) das Kämmereigericht | | 
b) das Stadtvoigteigericht, und | | 
c) das Magistratualische Gericht. 
Ersteres ist von den drei Ordnungen, nemlich 
dem Magistrate, Stadtvoigteigericht, und den 
Repräsentanten der Bürgerschaft, mittelst Prä= 
sentation zweier Kandidaten aus jeder Ordnung 
von welchen der Magistrat einen ernannt hat, ge= 
wählet worden, zu welchen annoch der Notarius 
des Stadtvoigteigerichts, jedoch nur cum Voto 
consultativo, zugezogen worden. 
Es hat, außer der Einkassirung und Berech | | 
nung der Revenüen, die Gerichtspflege über alle 
Einwohner der zur Stadt gehörigen Dorfschaf= 
ten und der unpossessionirten Einwohner der Vor= 
städte ausgeübt; und alle Kauf= und Schuldver= 
schreibungen auf Häuser und Gründe in den Vor= 
städten haben bei demselben verlautbart werden 
müssen. Die Appellationen von demselben sind 
an den Magistrat gegangen. Vormünder aber 
durften solche auch auf Dörfern nicht ansetzen. 
2) Die Stadtvoigteigerichte oder das Offici- 
cium advocatiale bestand aus dem Stadtvoigt und 
sieben Beisitzern. Ersterer wurde aus dem Ma= 
gistratskollegio, durch die mehrsten Stimmen, 
und letztere von den Beisitzern gewählt. Unter 
diesem Gerichte standen alle Bürger und Einwoh= 
G 3 
Max-Planck-Institut für
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer