fullscreen: ¬Der Curieuse Juriste, welcher seine Gedancken über einige Lehr-Sätze aus denen Geist- und Weltlichen Rechten eröffnet, solche nach der Wahrheit und Vernunfft beurtheilet und Denen gelehrt- und ungelehrten Liebhabern der Rechte mittheilet (Comm. 2 (1745))

188 XII. Gedanck von denen Testament. rc. 
oder Charta bianca, so von einem Vater zu ei¬ 
nem andern Ende unterschrieben supponirt, und 
auf dasselbe ein dergleichen Testament geschrie¬ 
ben, so mit eine Falsitat begangen werden kan, 
so jedoch der Lex, vornemlich in dieser Materie 
der Testamenten, vor sehr suspect halt; 
uͤberdeme 4) letztere Ursach im vorliegenden Fall 
um so mehr zu præsumiren, als mein guter 
Freund mir zugleich referirt, wie der angebl. 
Testator so vor als nach der Disposition bestaͤn¬ 
dig kranck und bettlaͤgerig, ja in die suͤnff Jahr 
lang unvermoͤgend gewesen, und verschiedene 
Schulden auszustehen gehabt, mithin gar 
wohl geschehen koͤnnen, daß anstatt eines Con- 
to oder Vollmacht auf die Chartam biancam 
zuschreiben, der majorennen Sohn auf selbi¬ 
ges eine Disposition schreiben lassen, zumalen 
5) dieser nicht zuerweisen vermag, daß sothane 
Disposition der Vater gelesen, oder ihme vor- 
gelesen worden: m) So bin nebst andern n) 
der fernerweitigen Meynung, daß die blosse Un¬ 
terschrifft bey einen solchen Testament nicht zu¬ 
reichend, und auch dieserwegen vor unguͤltig 
zu achten, folglich weder in materialibus noch 
formalibus, da der Vater 6) weder die Na¬ 
men der Kinder eigenhaͤndig beygesetzt, noch bey 
der Unterschrifft die Zeit, nemlich das Jahr 
und den Tag bemerckt, (S XII.) zu 
Recht bestaͤndig. 
— 
UNVERSTIES. 
Max-Planck-Institut für 
BLIOTHEK 
DELBERG 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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