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Nach edict. Roth. c. 146 schätzen »vicini homines bonae
fidei« die in Folge doloser Brandstiftung verbrannten Mobilien.'
Das Sächs. Ldr. II, 47 § 2 und 53; I, 20 § 2 spricht
von Schätzungen „na der bure kore“.3) Planck rubricirt
diese Feststellung unter die leibliche Beweisung.*) Aehnliche
Bestimmungen enthalten noch S. Ldr. II, 29 („na guder lüde
kore“), das Goslarer Stadtrecht*°) 20, 32 und 37, 6 („kunscap"), -
das Görlitzer Ldr.**) 47 § 23 b. und 38 § 2, das Lübecker -
Recht
2) bei Hach II, 195, endlich das Landrechtsbuch -
Kaiser Ludwigs des Bayern
3) von 1346, wonach in gewissen -
Streitigkeiten eine „kuntschaft" eingezogen werden soll,
indem der Frohnbote solche Personen, „die weder tail noch
gemain daran habent", die Sachlage „beschavven“ läfst.
§ 9. III. Sachverständige.
Wie wenig das altdeutsche Recht ein Beweismittel der
Sachverständigen kannte, zeigt am deutlichsten der Umstand,
dass das Gericht bei der leiblichen Beweisung auch solche
Besichtigungen vorzunehmen hatte, welche recht eigentlich Sach14) ¬
kunde erfordern.
Es werden zwar in einigen Quellen z. B. Magdeburger
Fragen 15) I. 2 d. 2 Wundärzte erwähnt, welche an Stelle und
7) Bethm.-H. I. S. 390.
8) Ueber diese Stellen, sowie über S. Ldr. II. 47 § 3 s. Planck
G.-Vf. I. S. 454—457; 823; II. S. 66, 70, 150, 151, 153.
9) Vgl. S. Ldr. III. 21 § 1 mit Glosse; S. Lnr. 59 § 4; R. Lnr. 20
§ 3 und dazu Planck II S. 66; Hänel S. 207.
10) Planck I. S. 456, 457; II. S. 66.
11) Planck II. S. 150.
12) Hach, das alte lubische Recht. 1839.
13) Bei Joh. Hcumann, opuscula Norimbergae 1747 p. 73; abgedruckt -
bei Seeger S. 41 N. 62.
14) s. namentlich R. Ldr. 38 § 2 u. 43 § 5; vgl. Planck I. S. 756;
II. S. 10, 148 fl.
15) Planck II. S. 152, 156.