§. 237. Inhalt des Pfandrechts.
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3) Die Wirkung des Verkaufes ist, daß der Käufer — Besitzübergabe ¬
und Zahlung des Kaufpreises vorausgesetzt (§. 172
Note 19) — Eigenthümer wird 15. Der Gläubiger überträgt ihm
fremdes Eigenthum16; aber dazu ist er eben kraft seines Pfandrechts ¬
befugt17. Er überträgt ihm unwiderrufliches Eigenthum,
wenn nicht etwa beim Verkaufe ein Wiedereinlösungsrecht vorbehalten ¬
worden ist1s. Er überträgt ihm das Eigenthum so, wie
es zur Zeit der Begründung des Pfandrechts war, unbeschränkt
durch später auf die Sache gelegte Lasten*9. — Verpflichtet ist
der Gläubiger dem Käufer nach den Regeln des Kaufvertrages
an den Eigenthümer, l. 39 D. de contr. emt. 18. 1, l. 40 pr. §. 1 D. de
pign, act. 13. 7. Dernburg II S. 160—163. — Der Verkauf an den
Bürgen ist zwar nicht nichtig, aber der Bürge verfehlt sich gegen die dem
Schuldner schuldige Treue, wenn er zum Nachtheil desselben kauft, so daß dem
Schuldner das Einlösungsrecht bleibt, 1. 1 C. de dolo malo 2. 21, l. 59 §. 1
D. mand. 17.2. Uebrigens mischt sich beim Bürgen auch der Gesichtspunkt ein,
daß möglicherweise seine Absicht nicht sowohl auf den Erwerb des Eigenthums,
als auf den Erwerb des Pfandrechts gerichtet war, 1. 2 1. 5 §. 1 D. b. t., I.
59 vgl. 1. 36 D. de fidei. 46. 1, nach welchem Gesichtspunkt dem Eigenthümer
auch dem kaufenden Nachpfandgläubiger gegenüber ein Einlösungsrecht bleibt.
Vgl. I §. 248 Note 27. Etwas anders Dernburg II S. 165—169.
15 L. 4 D. de pign. act. 13. 7, l. 13. 15. 18 C. h. t. Dernburg
II §. 110.
16 Eine Consequenz daraus in 1. 10 §. 1 D. quib. mod. pign. 20. 6.
17 L. 46 D. de A. R. D. 41. 1. Will man diese Befugniß auf eine
dem Gläubiger bei der Verpfändung ertheilte Vollmacht zurückführen (vgl.
Gai. II. 64, §. 1 I. quib. alien. 2. 8) — was übrigens jedenfalls nur für
die vertragsmäßigen Pfandrechte paßt — so muß man nur festhalten, daß
diese Vollmacht eine dem Gläubiger in seinem eigenen Interesse ertheilte und
unwiderrufliche ist (vgl. 1. 6 pr. 1. 42 D. de pign. act. 13. 7, l. 13 D. h. t.
20. 5, l. 7 §. 1 D. de reb. eor. 27. 9). In l. 29 D. fam. erc. 10. 2 (vgl.
1. 7 §. 12. 13 D. comm. div. 10. 3) wird der procurator mit dem Pfandgläubiger ¬
nur in einer ganz besonderen Beziehung verglichen. S. über diese
Stelle die in §. 233a Note 1 a. E. Citirten und über das Ganze Bachofen
Nr. VII, Dernburg II S. 108—113. [Seuff. Arch. XXII. 220.
18 L. 2 C. si antiquior cred. 8 20, l. 13 pr. D. de pign. act. 13. 7,
l. 7 pr. §. 1 D. h. t.
19 Namentlich also unbeschränkt durch später begründete Pfandrechte.
L. 1 C. si antiquior cred. 8. 20, l. 6. 7 C. de O. et A. 4. 10, l. 3 pr. D.
h. t. Was Dienstbarkeiten angeht, s. Dernburg II S. 148 fg. Seuff.
Arch. VI. 16. Vgl. noch das. XIV. 214.