Volltext : ¬Die Agrarfrage der Gegenwart (2)

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Fürsten  liebten  die  Zustände  viel  zu  sehr,  um  an
Reformen  zu  denken.  Es  bedurfte  der  französischen ¬
  Revolution  und  des  Strafgerichts,
welches  diese  an  dem  entarteten  deutschen  Fürstenthum
und  Volkswesen  vollzog,  um  die  Befreiung  der  Bauern
in  umfassender  Weise  in  Fluß  zu  bringen  und  diese
zahlreichste  Classe  wieder  der  Lage  entgegenzuführen,
welche  ihr  im  Mittelalter  das  langsame  und  selbstlose
Walten  der  Kirche  bereitet  hatte.
XII.
Die  Aufhebung  der  Peibeigenschaft  in
Deutschland  seit  der  franz.  Revolution.
Mit  der  französischen  Revolution
beginnt  der  zweite  Abschnitt  in  der  Befreiung ¬
  des  deutschen  Bauern.  Dieses  furchtbare ¬
  Strafgericht,  das  die  Vorsehung  in  ihrer  Langmuth ¬
  bis  zum  letzten  Augenblick  hinausgeschoben  hatte,
das  sie  aber  dann,  als  alle  Warnungen  vergeblich
waren,  über  eine  glaubenslose  Gesellschaft,  einen  pflichtvergessenen ¬
  Adel  und  ein  durch  seine  Sünden  unfähig
gewordenes  Königthum  ergehen  ließ,  befreite  mit  einem
Schlag  den  französischen  Bauer  von  allen  Lasten  und
Leiden  des  Feudalismus,  der  aus  einer  einst  berechtigten
und  nothwendigen  Einrichtung  längst  zum  Fluche  des
Volkes  geworden  war.  Die  befreiten  Bauernmassen
bildeten  die  Volksheere  der  französischen  Republik  und
zertrümmerten  die  monarchischen  Heere  des  Auslandes,
deren  Sieg  die  Wiederherstellung  und  sicher  auch  die
Verschlimmerung  der  früheren  Lage  des  französischen
Landvolkes  gefolgt  wäre.  Daher  lief  der  Bauer  der
Revolution  und  dem  Liberalismus  zu,  daher  haßte  er
Nichts  mehr,  als  die  Gefahr  einer  Restauration  des
Adels,  daher  bildete  er  die  breite  Grundlage,  auf
welcher  Napoleon  seine  Gewaltherrschaft  aufbaute.
            
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