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reiche schöne Ausnahmen bezeugen. Verlangt man vom ungebildeten ¬
Arbeiter Pflichterfüllung, Pietät, so müssen auch
die gebildeten Arbeitgeber pietätvoll sein, ihre Pflicht erfüllen. ¬
Diese ihre Pflicht erfüllen sie, wenn auch längst nicht ganz,
so doch zum großen Theil, wenn sie ihren Arbeitern die Möglichkeit
eines kleinen Grundbesitzes eröffnen. Sache des Staats ist es nur
durch Wiedereinführung der Erbpacht diese Pflichterfüllung zu erleichtern ¬
und zu befördern.
II. Technische Puncte der Ausführung.
Sollen große Güter, insbesondere Domänen vererbpachtet werden, ¬
so verlangen in erster Linie die örtlichen Verhältnisse, besonders
die Lage zum Markt, zu benachbarten Gemeinden, die Größe, die
Bodenbeschaffenheit Beachtung. Diese Verhältnisse sind jedoch im
einzelnen Fall so mannigfaltig, daß sie sich der theoretischen Betrachtung ¬
entziehen. Einige andere Puncte, besonders solche, bezüglich
deren man früher Erfahrungen gemacht hat, verdienen dagegen ¬
hier besprochen zu werden.
1. Einer der wichtigsten Puncte bei der Vererbpachtung ist die
Gebäudefrage, die sich in früherer Zeit oft als verhängnißvoll
erwiesen hat. Häufig finden wir die Klage, daß sich Erbpächtebeim ¬
Bauen ruinirt hätten. Besonders war dies der Fall, wenn
nicht nur um den Canon, sondern auch um das Erbbestandsgeld ¬
licitirt war. Um nur zum Besitz eines Grundstücks zu gelangen,
boten die Reflectanten zu hoch, indem sie das Capital, welches sie
noch zum Hausbau u. s. w. nöthig hatten, unterschätzten. Erfüllt von
guter Hoffnung sahen sie die Sachlage zu günstig an. Man muß
daher gerade in Bezug auf die Gebäude mit der größten Vorsicht
verfahren, wenn man das Wohl der ueuen Erbpächter im Auge hat.
Bei den im Jahre 1872 in Preußen vorgenommenen Domänenzerschlagungen ¬
verlangte man, daß die neuangesiedelten Bauern sich in
der Mitte ihrer Felder anbauten. Die noch vorhandenen Gebäude
wurden auf Abbruch verkauft. Man hätte die letzteren, wie von
sachkundigen Männern im Abgeordnetenhause hervorgehoben wurde,
besser nutzen können, entweder dadurch, daß inmitten der anderen
Höfe ein großer Haupthof hergestellt oder daß der vorhandene Platz