XXVIII
Glauben definitiv zu sprechen, warum die
andern nicht?
— Doch nein; nicht das
Ansehen einer Gemeinde, nicht die Kenntnisse =
der Gelehrten und Vorsteher, sondern
nur die heilige Bibel ist die Richtschnur des
Glaubens nach bekannten Grundsätzen. Was
folgt aber hieraus? Dies: Keine kirchliche
Gemeinde darf und kann also in sich ein
Recht erkennen, den Untergebenen mit wahrer ¬
Sicherheit vorzuschreiben, was zu glauben, ¬
was zu lehren ist; keine kann also das
sagen, was die wahre Kirche immer gesagt
hat: Der h. Geist und wir haben es
für gut befunden. Visum est spiritui
S. et nobis. Die Kirche, die so spricht,
darf keinem die Freyheit gestatten anders
zu glauben, oder zu lehren. Qui unam
laudat, sagt der h. Optatus Milevit., cæeteras
damnat.
So sprach immer die katholische Kirche.
Sie erklärte sich als die allein wahre, die
Einzige, die mit einem apostolischen Ansehen ¬
die zu Zeiten neu aufsteigenden Jrrund =
lehren als Unkraut von sich entfernte,