Die Arbeitsstätten.
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den hier in Betracht kommenden Industrien, mit Ausnahme der nicht in
großer Zahl vorhandenen Cigarrenfabriken, für den Arbeiter in der Regel
ein Luftraum von 25—30 cbm aufwärts vorhanden ist, sieht man, weil
die Forderungen der Hygiene nicht das absolut Nothwendige, sondern
das Wünschenswerthe bezeichnen, von der Einführung frischer Luft mit
mechanischen Mitteln ab und begnügt sich mit Einrichtungen zur Unterstützung ¬
des durch die Temperaturdifferenz bewirkten Luftwechsels. Aber
auch wo mechanische Mittel lediglich wegen der Lufterneuerung nicht
angewendet werden, wird eine solche doch durch die zur Absaugung von
Staub, Dämpfen u. s. w. zur Fernhaltung von Gesundheitsschädigungen
getroffenen Einrichtungen bewirkt. Hiervon wird an einer anderen Stelle
eingehender die Rede sein. Auf die Beschaffenheit der Arbeitsräume in
den Cigarrenfabriken wird hier nicht weiter eingegangen, weil dieselben
schon früher bei der Darstellung der socialen Lage der Cigarrenarbeiter
im Großherzogthum Baden besprochen worden sind.
Als wünschenswerth muß es aber bezeichnet werden, daß man
später überall da, wo man mechanische Kraft zur Verfügung hat, und
wo der auf den Kopf treffende Luftraum nicht unter Berücksichtigung der
Betriebsverhältnisse und sonstigen Umstände dem Arbeiter unzweifelhaft
die genügende Menge guter Athemluft sicherstellt, man zu einer Einvressung ¬
frischer Außenluft übergeht, was so einfach und wenig kostspielig
mittelst eines gewöhnlichen Ventilators und eines Vertheilungskanals an
der Decke der Arbeitsräume zu bewerkstelligen ist. So lange aber in
einigen Industriezweigen, wie z. B. der Cigarrenfabrikation, man sich in
den durchgeführten Verbesserungen so sehr bescheiden mußte, in anderen
wie in den dichtbesetzten während des ganzen Tages Gas verbrauchenden
und mit Säuren arbeitenden Bijouteriefabriken bis jetzt noch nicht einmal ¬
einfache Einrichtungen zur Unterstützung der natürlichen Veutilation
durchgeführt werden konnten, würde es gegen alle Billigkeit verstoßen,
die genannten weitgehenden Anforderungen an die Fabriken in der Form
einer Verpflichtung zustellen. Man wird vielmehr voraussichtlich auf
längere Zeit hinaus in dieser Beziehung auf das freiwillige Entgegenkommen ¬
der Industrielleu angewiesen sein, welches sich auch mit Ausnahme ¬
weniger Industriezweige als genügend zur Herbeiführung von
Verbesserungen erwiesen hat.
Die Heizung der Arbeitslokale geschieht überall, wo Dampfkessel ¬
vorhanden sind, mittelst Dampf. Die Ofenheizung ist daher auf
die wenigen Betriebe mit Handarbeit beschränkt. Wenn auch die Dampfheizung ¬
den Vorzug gleichmäßiger Erwärmung hat, so hat sie andererseits ¬
doch wieder den Nachtheil, nicht wie die Ofenheizung mit zur Er¬