Metadaten : ¬Die sociale Lage der Fabrikarbeiter in Mannheim und dessen nächster Umgebung

Die  Arbeitsstätten.
16
den  hier  in  Betracht  kommenden  Industrien,  mit  Ausnahme  der  nicht  in
großer  Zahl  vorhandenen  Cigarrenfabriken,  für  den  Arbeiter  in  der  Regel
ein  Luftraum  von  25—30  cbm  aufwärts  vorhanden  ist,  sieht  man,  weil
die  Forderungen  der  Hygiene  nicht  das  absolut  Nothwendige,  sondern
das  Wünschenswerthe  bezeichnen,  von  der  Einführung  frischer  Luft  mit
mechanischen  Mitteln  ab  und  begnügt  sich  mit  Einrichtungen  zur  Unterstützung ¬
  des  durch  die  Temperaturdifferenz  bewirkten  Luftwechsels.  Aber
auch  wo  mechanische  Mittel  lediglich  wegen  der  Lufterneuerung  nicht
angewendet  werden,  wird  eine  solche  doch  durch  die  zur  Absaugung  von
Staub,  Dämpfen  u.  s.  w.  zur  Fernhaltung  von  Gesundheitsschädigungen
getroffenen  Einrichtungen  bewirkt.  Hiervon  wird  an  einer  anderen  Stelle
eingehender  die  Rede  sein.  Auf  die  Beschaffenheit  der  Arbeitsräume  in
den  Cigarrenfabriken  wird  hier  nicht  weiter  eingegangen,  weil  dieselben
schon  früher  bei  der  Darstellung  der  socialen  Lage  der  Cigarrenarbeiter
im  Großherzogthum  Baden  besprochen  worden  sind.
Als  wünschenswerth  muß  es  aber  bezeichnet  werden,  daß  man
später  überall  da,  wo  man  mechanische  Kraft  zur  Verfügung  hat,  und
wo  der  auf  den  Kopf  treffende  Luftraum  nicht  unter  Berücksichtigung  der
Betriebsverhältnisse  und  sonstigen  Umstände  dem  Arbeiter  unzweifelhaft
die  genügende  Menge  guter  Athemluft  sicherstellt,  man  zu  einer  Einvressung ¬
  frischer  Außenluft  übergeht,  was  so  einfach  und  wenig  kostspielig
mittelst  eines  gewöhnlichen  Ventilators  und  eines  Vertheilungskanals  an
der  Decke  der  Arbeitsräume  zu  bewerkstelligen  ist.  So  lange  aber  in
einigen  Industriezweigen,  wie  z.  B.  der  Cigarrenfabrikation,  man  sich  in
den  durchgeführten  Verbesserungen  so  sehr  bescheiden  mußte,  in  anderen
wie  in  den  dichtbesetzten  während  des  ganzen  Tages  Gas  verbrauchenden
und  mit  Säuren  arbeitenden  Bijouteriefabriken  bis  jetzt  noch  nicht  einmal ¬
  einfache  Einrichtungen  zur  Unterstützung  der  natürlichen  Veutilation
durchgeführt  werden  konnten,  würde  es  gegen  alle  Billigkeit  verstoßen,
die  genannten  weitgehenden  Anforderungen  an  die  Fabriken  in  der  Form
einer  Verpflichtung  zustellen.  Man  wird  vielmehr  voraussichtlich  auf
längere  Zeit  hinaus  in  dieser  Beziehung  auf  das  freiwillige  Entgegenkommen ¬
  der  Industrielleu  angewiesen  sein,  welches  sich  auch  mit  Ausnahme ¬
  weniger  Industriezweige  als  genügend  zur  Herbeiführung  von
Verbesserungen  erwiesen  hat.
Die  Heizung  der  Arbeitslokale  geschieht  überall,  wo  Dampfkessel ¬
  vorhanden  sind,  mittelst  Dampf.  Die  Ofenheizung  ist  daher  auf
die  wenigen  Betriebe  mit  Handarbeit  beschränkt.  Wenn  auch  die  Dampfheizung ¬
  den  Vorzug  gleichmäßiger  Erwärmung  hat,  so  hat  sie  andererseits ¬
  doch  wieder  den  Nachtheil,  nicht  wie  die  Ofenheizung  mit  zur  Er¬
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer