Objekt : Mau, August: Führer durch Pompeji

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bäude  sieht  man  im  Rande  des  Forums  die  Steine  für  eine
Säulenreihe;  doch  kann  diese  nur  als  Zierde  gedient,  nicht  ein
Dach  getragen  haben,  für  welches  das  obere  Auflager  fehlt.
Aus  dem  r.  Seitenraum  führt  eine  Thür  in  unregelmäßige
Räume  (jetzt  Magazine),  die  mit  den  beiden  folgenden  Gebäuden
in  Verbindung  standen.  Die  Bestimmung  des  Gebäudes  ist
unbekannt:  die  Verbindung  mit  den  folgenden  Gebäuden  läßt
vermuthen,  daß  es  dem  Kaisercultus  diente.  Wegen  der  Apsis
und  der  beiden  Nischen  an  Vespasian  und  seine  beiden  Söhne
zu  denken,  ist  nicht  thunlich,  weil  auf  der  Front,  r.,  eine  der
Marmorbekleidung  vorausgegangene  Malerei  sichtbar  wird,  was
auf  höheres  Alter  als  die  Zeit  des  Vespasian  führt.
Rechts
anstoßend
Nr.  2.  Der  Tempel  des  Despasian  (oder  seines  Genius),
ohne  Grund  Mercurtempel  genannt.  Der  Hof  hatte  nur  vorn
eine  Säulenhalle.  Das  Relief  des  Altars  zeigt  ein  Stieropfer
ein  Stier  war  das  dem  Genius  des  regierenden  Kaisers  gebührende -
  Opfer;  der  im  Hintergrund  des  Reliefs  sichtbare  Tempel
ist  ohne  Zweifel  eben  dieser,  welcher  also  4  Säulen  in  der  Front
hatte.
—  Auf  der  Rückseite  des  Altars  Eichenkranz  (Bürgerkrone) -
  und  Lorbeern:  seit  13  v.  Chr.  die  Wahrzeichen  des
kaiserlichen  Hauses;  auf  den  Seitenflächen  Opfergeräth.  Also
war  der  Tempel  einem  Kaiser  geweiht,  und  zwar,  da  er  nach
dem  Erdbeben  von  63  erbaut  und  im  I.  79  noch  nicht  fertig
war,  am  wahrscheinlichsten  dem  Vespasian.
Hinter  dem
Tempel  drei  jetzt  als  Magazine  benutzte  Zimmer.  Die  Wände
der  Säulenhalle  auf  der  Eingangsseite  des  Hofes  waren  mit
Marmor  bekleidet,  die  des  Hofes  selbst  waren  zur  Zeit  der
Verschüttung  noch  roh,  also  unfertig.  —  Rechts  anstoßend:
Nr.  1.  Das  Gebäude  der  Enmachia.  Auf  die  Erbauung -
  desselben  bezieht  sich  die  Inschrift,  welche.  unvollständig
auf  den  Gebälkstücken  am  Forum,  vollständig  auf  der  Marmorplatte -
  über  dem  Seiteneingang  r.  (Strada  dell'  Abbondanza)
steht;  sie  besagt,  daß  die  Priesterin  Eumachia,  zugleich  im  Namen
ihres  Sohnes  M.  Numistrius  Fronto,  das  Chalcidicum
(d.  h.  die  Vorhalle  am  Forum),  die  Portiken  (den  inneren
            
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