Metadaten : Neubauer, Wilhelm: ¬Das in Deutschland geltende eheliche Güterrecht unter Benutzung amtlicher Materialien

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städt5,  Pappenheim6),  Weißenburg*),  Windsheim9),  Oettingen),  Nördlingen*)  und  Kaufbeuren") ¬
  findet  bei  der  Auflösung  der  Ehe  durch  den  Tod  eines  Ehegatten  weder  sofortige  Abtheilung  noch
Fortsetzung  der  Gemeinschaft  zwischen  dem  überlebenden  Ehegatten  und  den  aus  der  aufgelösten  Ehe  stammenden ¬
  Kindern  statt,  vielmehr  konsolidirt  sich  das  ganze  Ehevermögen  in  der  Hand  des  überlebenden
Ehegatten.
Nach  diesem  mitunter  als  fortgesetzte  Gütergemeinschaft  im  weiteren  Sinne")  bezeichneten  Verhältnisse ¬
  hat  der  überlebende  Ehegatte  die  Verpflichtung,  die  Kinder  standesgemäß  zu  unterhalten  und  auszustatten
des  Dispositionsrechts  des  Uebertritt ¬
  aber  vorläufig  überhaupt  keine  Erbfolge  und  auch  keine  Beschränkung
durch  die  Rechte  der  Kinder  ein,  vielmehr  erhalten  letztere  nur  eine  Auwartschaft  auf  die  einstige
lebenden
Nachfolge  in  das  Sammtgut  oder  auch  in  gewissen  gesetzlich  bestimmten  Fällen,  namentlich  bei  Wiederverehelichung ¬
  oder  übler  Wirthschaft  des  überlebenden  parens,  auf  frühere  Abfindung  durch  Vorausregulirung ¬
  oder  Grundtheilung!)
1.  Freiwillige  Abtheilung.
Während  regelmäßig  dem  überlebenden  Ehegatten  die  Befugniß  freiwilliger  Abtheilung  zusteht
überläßt  das  Würzburger  Landrecht,  im  Falle  einer  Weigerung  der  Kinder,  die  Grundtheilung  anzudem ¬
  richterlichen  Ermessen  die  Entscheidung“),  und  ist  auch  nach  den  Rechten  von  Schweinfurt")
nehmen
7)  und  Fulda“)  anzunehmen,  daß  die  Abtheilung  der  Kinder  nicht  ohne  deren  Zustimmung  erCastell ¬

könne.  Das  Schweinfurter  Stadtrecht  hebt  hier  insbesondere  ausdrücklich  den  Fall  hervor,  daß  die
folgen
von  ihren  Eltern  oder  der  Kinder  Großeltern  noch  nichts  geerbt  haben  und  nun  kurz  vor  dem  AnEltern ¬

falle  der  Erbschaft  zu  freiwilliger  Abtheilung  schreiten  wollen
2.  Verpflichtung  des  parens  zur  Abtheilung.
a.  Im  Falle  seiner  Wiederverehelichung  ist  der  überlebende  Gatte  nach  den  Rechten  von  WürzWindsheim2), ¬
  Weißenburg“
Castell2),  Schweinfurt2),  Eichstädt2),  Pappenheim“
bur
zur  Abtheilung  mit  den  Vorkindern  verpflichtet.
Nördlingen*),  Oettingen2)  und  Kaufbeuren“
Hingegen  ist  nach  dem  Rechte  des  Bisthums  Fulda  der  zu  einer  weitern  Ehe  schreitende  parens  zur  Ein5) ¬
  Verordnung  von  1708  Nr.  II.  2;  Arnold,  Beiträge,  Bd.  1  S.  346  und  356;  Roth  a.  a.  O.  Note  11  und  20
S.  395  u.  396;  Urtheil  des  obersten  Gerichtshofes  in  München  vom  24.  Oktober  1874,  Sammlung  Bd.  5  S.  23
2)  Arnold  a.  a.  O.  S.  632.
7)  Statuten  von  1739  Tit.  III;  Arnold  a.  a.  O.  S.  827;  Roth  a.  a.  O.  §.  65  Note  20  S.  396.
8)  Arnold  a.  a.  O.  S.  839  und  840;  Roth  a.  a.  O.  Note  21  S.  397.
9)  Verordnung  vom  22.  September  1772  Z.  3;  Arnold  a.  a.  O.  S.  615;  Roth  a.  a.  O.  Note  20  S.  396.
10)  Roth  a.  a.  O
1)  Roth  in  den  Blättern  für  Rechtsanwendung  Bd.  33  S.  260  Note  88;  bayerisches  Civilrecht  §.  65  Note  13  und
23  S.  395  und  397;  Rosenkrantz,  Pflegschaftswesen,  §.  31  Note  5  Lit.  A.  a.  3.  7  S.  67.
*)  d.  h.  im  Sinne  der  Consolidations=Theorie.
Rosenkrantz  a.  a.  O.  S.  64  ad  2;  Roth  a.  a.  O.  S.  397  und  398;  Runde,  eheliches  Güterrecht,  §.  117  S.  259,
14)  Roth  a.  a.  O.  Note  27.
Fränkische  Landgerichtsordnung  Thl.  III  Tit.  32  §.  10;  Schelhaß,  Darstellung,  §.  44  Nr.  4  S.  87;  Roth  a.  a.  O.
*)  Differentiae  Tit.  14  §§.  2  und  3  S.  29.
*)  Landesverordnung  §.  119  S.  78.
18)  Gößmann,  Gütergemeinschaft,  §.  53  S.  193  und  194
19)  Fränkische  Landgerichtsordnung  Thl.  III  Tit.  90  §.  2;  Tit.  31  §§.  1—3;  Schelhaß,  Darstellung,  §.  45  Z.  1
Note  7  S.  89.
20)  Landesverordnung  §.  121  II.  A.  S.  79.
2*)  Differentiae  Tit.  54  §.  2  und  Tit.  12  §.  1;  Weber,  Darstellung,  Bd.  3  S.  561  und  564.
22)  Verordnung  von  1708  II.  2°;  Arnold,  Beiträge,  Bd.  1  S.  346  und  347  Anm.  1.
23)  Arnold  a.  a.  O.  S.  632.
A.  a.  O.  S.  840.
Statuten  von  1739  Tit.  III;  Arnold,  Beiträge,  Bd.  1  S.  828  und  829.
Statuten  von  1650  Thl.  III  Tit.  10  Nr.  3  ff.;  Arnold  a.  a.  O.  S.  477;  Müller,  Verhältnisse  bei  beerbter  Ehe,
§.  5  lit.  b  S.  31.
Verordnung  vom  22.  September  1772  Nr.  5;  Arnold  a.  a.  O.  S.  615
Dekret  vom  31.  März  1765  Nr.  4  gemäß  Weber,  Darstellung,  Bd.  4  S.  580  und  581;  Rosenkrantz,  Pflegschaftswesen, ¬
  §.  31  Note  5  lit.  A.  a.  Ziff.  7  S.  67;  Müller  a.  a.  O.
            
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