Volltext : Drobisch, Moritz Wilhelm: Empirische Psychologie nach naturwissenschaftlicher Methode

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Max-Planck-Institut  für  Bildungsfors

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lich  machen.  Man  kann  daher  die  Empfindungen  in  reine
oder  gesonderte  und  gemischte  oder  Gesammtempfindungen -
  eintheilen.
6.
eignet  sich  indess  nicht  dazu,  um  für
Diese  Eintheilung
die  Uebersicht  der  Mannichfaltigkeit  der  Empfindungen  als  Haupteintheilung -
  zum  Grunde  gelegt  zu  werden.  Weit  mehr  empfiehlt
sich  hierzu  die  von  der  Verschiedenheit  der  leiblichen  Sinnesorgane -
  hergenommene;  obgleich  die  Mannichfaltigkeit  der  Empfindungen -
  viel  grösser  ist  als  die  der  Sinne,  da  ein  und  derselbe -
  Sinn  mehrere  Reihen  von  Empfindungen  haben  kann,  wie
z.  B.  das  Gesicht  Farben  und  Beleuchtungsgrade,  das  Ohr
Laute  und  Töne  u.  dgl.  m.  Die  Sinne  können  im  Allgemeinen -
  erklärt  werden  als  diejenigen  Zweckveranstaltungen
in  unserm  leiblichen  Organismus,  durch  welche  wir  zur  Wahrnehmung -
  der  Gegenstände  und  ihrer  Eigenschaften  befähigt  werden. -
  Derjenige  Gegenstand  nun,  dessen  Wahrnehmung  für  uns
nothwendig  von  der  unmittelbarsten  Wichtigkeit  seyn  muss,  ist
unstreitig  unser  eigner  Körper.  Daher  wird  an  die  Spitze  der
Reihe  der  Sinne  passend  derjenige  unter  ihnen  gestellt  werden,
durch  welchen  wir  vorzugsweise  unsern  Körper  wahrnehmen.
Nun  sehen  wir  zwar  unsern  Körper,  wenigstens  zum  Theil,
aber  nur  insofern  wir  Körper  überhaupt  sehen.  Als  unsern
eignen  dagegen  unterscheiden  wir  ihn  von  andern  Körpern
nur  durch  den  Gefühlssinn;  und  dies  in  doppelter  Weise:
denn  der  Gefühlssinn  ist  theils  ein  innerer,  theils  ein  äusserer, -
  letzterer  gewöhnlich  vorzugsweise  Gefühl  genannt.  Nur
von  unserm  eignen  Körper  haben  wir  Empfindungen  (wenn  auch
oft  nur  dunkle)  von  dem,  was  in  ihm  vorgeht,  und  nur  von
ihm  empfinden  wir  die  Begrenzung  nach  Aussen  gegen  alles
andre  Körperliche.
Bleiben  wir  nun  zunächst  bei  dem  innern  Gefühlssinn  stehen, -
  so  empfinden  wir  durch  ihn  sowohl  unser  körperliches
(unwillkürliches)  Leiden  als  unser  körperliches  (willkürliches)
            
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