5 Fazit
Mauerfall
88 89 90 91 92 93 94 95 96 97
Abbildung 9: Die zweifache Erhebung der Lebensverläufe derselben Personen in der LV DDR und der LV Ost
eröffnet durch die zwei- bis dreijährige Überlappungszeitraum eine Möglichkeit, die Reliabilität
der Angaben zu prüfen
Zuletzt wäre auch die Frage der Folgen von Gedächtnisfehlern - besonders in der Relation zu
den anderen Komponenten des Total Survey Errors - einer weiteren Untersuchung würdig,
besonders im Hinblick auf die differentielle Gefährdungen verschiedener
Forschungsinteressen und Auswertungsmethoden.
Die LV bietet vielversprechende Ansatzpunkte für eine weiter Ausleuchtung des Problems in
die skizzierte Richtung. Besonders die beiden jüngsten Erhebungen werden neue empirische
Zugangswege zur Frage der retrospektiven Datenqualität eröffnen:
a) Mit denjenigen Teilnehmern (N-1394) der LV DDR, die einer Rekontaktierung
zugestimmt hatten, wurde in den Jahren 1996 und 1997 eine erneute Befragung durchgeführt,
um die Veränderungen seit der ersten Befragung 1991/92 nachzuzeichnen (LV Öst). Um
allerdings nicht allzu stark vom Erhebungskonzept der LV als Rekonstruktion einer
lückenlosen Ereignissequenz von Geburt bis zur Gegenwart abzuweichen, wurde als hintere
Begrenzung der retrospektiven Periode nicht der letzte Interviewzeitpunkt gewählt, sondern
für alle Teilnehmer gleichermaßen das Ereignis des Mauerfalls (im Jahre 1989). Deshalb
liegen für jeden Teilnehmer zu den Jahren vom Mauerfall bis zum Zeitpunkt des ersten
Interviews (im Jahre 91 oder 92) zwei Angaben vor: die aus dem ersten Interview 1992 oder
1993, und die aus der Wiederholungsbefragung 1996 oder 1997 (siehe Abbildung 9). Ein
Vergleich dieser Angaben - von den selben Personen zum
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