Full text: Fuchs, Jochen: ¬Die bundesdeutschen UNESCO-Projektschulen und ihre internationalen Kontakte und Aktivitäten

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einen Peak zu erreichen und anschließend wieder abzufallen. An etwas über zwei 
Fünftel der Fahrten sind Schüler der 9. und 10. Klassenstufe beteiligt, die Klassenstufen 
11 bis 13 erreichen einen Anteil von etwas über 36 Prozent. Der Rückgang von der 10. 
zur 11. Klasse erklärt sich damit, daß nach dieser Klassenstufe Haupt- und Realschulen 
keine Schülerfahrten mehr organisieren können und auch die Ausreisefreudigkeit der 
Gesamt- und Waldorfschulen auf ein etwas niedriges Niveau sinkt. Bei den Gymnasien 
findet der Einbruch erst nach der 11. und dann abermals nach der 12. Klasse statt. Die 
Ursache hierfür dürfte darin zu suchen sein, daß die Schülerinnen und Schüler sich in 
einer verstärkten Vorbereitung auf die Abitursprüfung befinden. 
Vergleicht man dieses Ergebnis mit dem Bild, welches das Ausreiseverhalten an Nicht- 
UNESCO-Schulen abgibt (hierfür liegen allerdings nur Vergleichszahlen aus Bremen 
vorl1), so ist festzustellen, daß an UNESCO-Projekt-Schulen die Schülerinnen und 
Schüler bereits vor der 7. und 8. Klasse - dann setzen in Bremen erst die ersten Fahrten 
ein - ins Ausland fahren und der absolute Peak erst in der 10. Klasse - und damit eine 
Klasse später als an den Bremer Schulen - erreicht wird. Erwähnenswert mag auch noch 
sein, daß der Rückgang von der 12. zur 13. Klasse an UNESCO-Projekt-Schulen mit 
einer Reduzierung der Fahrten um etwas mehr als die Hälfte nicht so extrem ist wie an 
den Normalschulen', an denen in der 13. Klasse nur noch ein Achtel der Fahrten statt- 
finden wie in der vorangegangenen Klasse; daß dies daran liegt, daß solche Schüleraus- 
tauschfahrten an UNESCO-Projekt-Schulen einen höheren Stellenwert als an Normal- 
schulen' genießen wenn sie in Konkurrenz' zur Abitursvorbereitung treten, kann zu- 
mindest vermutet werden. 
Was die Besuche von ausländischen Schülerinnen- und Schülergruppen an UNESCO¬ 
Projekt-Schulen anbelangt, so ist festzustellen, daß die einreisenden Schüler eher etwas 
älter als ihre Gastgeber sind. Schüler im Alter von weniger als 10 Jahren finden sich 
unter den Besuchern gar nicht, die Altersgruppe der 10- bis 13jährigen macht weniger 
als 10 Prozent aus. Ein knappes Fünftel ist 14 oder 15 Jahre alt und der Peak' wird von 
den 16- und 17jährigen, die zusammen fast die Hälfte aller aus dem Ausland kommen- 
den Schülergruppen ausmachen, gebildet. Knapp 15 Prozent sind 18 Jahre alt und im¬ 
merhin noch etwas über 6 Prozent älter als 18. Nahezu alle über 18jährigen und fast ein 
Drittel der 18jährigen Besucher kommen als Gäste an berufsbildende Schulen. 
Vergleicht man dies mit der Situation in Bremen, so ist festzustellen, daß dort das Alter 
der einreisenden Schülerinnen und Schüler in etwa dem entspricht, welches die ausrei¬ 
Vgl. Jochen Fuchs, Internationale Kontakte im schulischen Sektor. Berlin 1993, S. 77.
	        
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