Full text: Scheltz, August: Versuch über den Werth der alten Sprachen und des Studiums klaßischer Literatur der Griechen und Römer

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Max-Planck-Institut für Bildungsf 
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Wißenschaften. Ich würde den Karakter des 
Zeitalters (nach billiger Abrechnung einzelner 
Ausnahmen) dadurch andeuten, daß es enthalte, 
viel Mechanismus und wenig Ordnung, viel er¬ 
künstelte Wärme und wenig Geist, viel Kennt¬ 
niße und wenig Gelehrsamkeit, viel Terminologie 
und wenig Wißenschaft und vor allem eine un¬ 
endliche Maße glänzender, aber gehaltloser For= 
men. Seitdem man angefangen junge Leute fast 
zu gleicher Zeit in allen Wißenschaften und Kün= 
sten zu unterrichten, wurde das Studium des 
klaßischen Alterthums zurückgedrängt. Da es 
das schwierigste von allen ist und viel Zeit ko= 
stet, da man ferner den Kursus der wißenschaft= 
lichen Bildung so geschwind wie möglich zu voll¬ 
enden suchte um nach Verlauf weniger Jahre 
die mit fabrikenmäßiger Behendigkeit zugestutzten 
Meisterwerke eleganter Erziehung der Gesellschaft 
zu übergeben, so wurde die Erlernung alter 
Sprachen als eine zeittödtende, unnütze Pedan¬ 
terei ganz bei Seite gesetzt, oder höchstens des 
Scheins wegen beiläufig einige Schritt weit ver¬ 
folgt. Die Sache erhielt eine täuschende Wen¬ 
dung. Es giebt Hülfsmittel die weit schneller
	        
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