Full text: Scheltz, August: Versuch über den Werth der alten Sprachen und des Studiums klaßischer Literatur der Griechen und Römer

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gesagt, wird man es nicht mißverstehen oder un¬ 
billig finden, wenn ich behaupte daß jener Geist 
der Popularität in den Wißenschaften jederzeit 
einen gelehrten Pobel erziehe, welcher, wenn er 
auch in der Gesellschaft noch so hoch gestellt 
wird, für den Anbau und die Achtung der Wis= 
senschaften so wenig leistet, als der Pöbel im 
Staate für die Aufrechthaltung und Vervollkom¬ 
mung des bürgerlichen Zustandes der Menschen. 
Ein andrer Hauptnachtheil der vernachläßig¬ 
ten gründlichen Lehr- und Lernmethode trift den 
Staat unmittelbar in der Verwaltung der öffent¬ 
lichen Geschäfte und Anstalten. Es ist natür¬ 
lich, daß des Geschäftsmannes Karakter die 
Richtung beibehält die man ihm von Jugend an 
gab. Wenn nun hier Jünglinge über alles was 
Mühe und lange Zeit kostet mit Leichtigkeit hin¬ 
weggeführt werden, wenn man geflißentlich aller 
menschlichen Erkenntniß den Reitz nimmt der 
durch die Schwierigkeiten ihrer Erwerbung un= 
terhalten wird, wenn man endlich mit der wei¬ 
sen Strenge zugleich den Ernst verbannt, wel¬ 
cher die höchsten Zwecke des Lebens und unserer 
Geistesthätigkeit heiligen soll, dann wird freilich 
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Max-Planck-Institut für Bildungsf
	        
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