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Bemerk. Nur eine verhältnißmäßig kleine Zahl von
den aus diesen Instituten hervorgegangenen Theologen befaßt -
sich später mit theologischen, philosophischen oderkandern
Studien, viele legen alles wissenschaftliche Streben, ja sogar -
die für ihre Fortbildung nöthige Lektüre bei Seite;
manche finden ihren Wirkungskreis nicht in der Gemeinde,
oft nur außerhalb ihres Bezirkes. Viele, sehr viele sind
allerdings sehr beschäftigt, aber sie sind es mit den Geschäften, -
welche das ihnen übertragene Amt eines Dekans,
eines Schulinspektors, eines Kammerers mit sich bringt.
Letzteres besteht größtentheils in Schreibérei=, Rechnungsund -
Rechtsgeschäften, Verpachtungen, Käufen und Vorkäufen, -
die von dem Stiftungspfleger oder einem andern Mit
gliede der Gemeinde ebenso gut und noch besser, wenigstens
unbeschadet seiner Würde besorgt werden könnten. Wenn
bei solcher Geschäftsthätigkeit —
nach dem Geständnisse
pflichtgetreuer Geistlichen —
ihre eigentliche Berufsthätigkeit -
leidet, so liegt allerdings die Schuld in den der
maligen Einrichtungen, und die bestens Erzogenen und Gebildeten -
werden dabei von der Seelsorge und der Gottesgelahrtheit -
eben so abgezogen, als diejenigen, die es nicht
sind.
Wir können nicht glauben, daß eine 4= und 5 jährige
eingeschränkte Erziehung die Menschen mäßiger, wohlthätiger
edelmüthiger, wahrheitsliebender mache (wohin zu rechnen,
sittliche Wahrheiten zu hören, auszusprechen, zu vertheidigen)
als eine zweijährige; wir konnten uns noch nicht überzeugen,
daß diese Wirkung überhaupt bei den Zöglingen, die einer
8—9 jährigen Institutserziehung genossen, in einem höhern
Grade sichtbar wäre, als bei denjenigen, die dieser Erziehung -
entbehrten.
Was die ästhetische Bildung betrifft, so kann sie wie, die
intellektuelle und die sittliche, mit den Gymnasien nicht geschlossen
sein. Dennoch wird sie keineswegs von den Studirenden so allgemein -
gesucht und verbreitet, als man in unserem Zeitalter erwarten -
sollte.
Schließlich geben wir noch die Worte Dahlmanns: „die
Kluft zwischen Wissen und Können, Kraft des Verstandes und
Kraft des Charakters, sagt er, ist ungeheuer groß geworden, die
am meisten von Tapferkeit lesen und lehren, sind sie tapfer?
bringen sie wirklich dem Vaterlande Opfer? Ist nicht die Mehrzahl -
der Wissenden mit ihrem Wissen mehr äußerlich behängt, als