Full text: Hallbauer, Karl Friedrich: Ueber unsere Bürgerschulen

 
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 
Max Planck In: 
(18) 
wer sollte sich bei solchen Aussichten einem Berufe 
widmen, wo er nichts als Sorge, Mangel und 
Elend erwarten durfte? Wer sollte von nun an 
sich um Aemter bewerben, die der Staat selbst 
nur als bloße Hospitalstellen für geistige Inva¬ 
liden oder als Nothbrücken zu vermeintlichen hö= 
hern Stellen ansah? Jn beider Hinsicht durfte 
man nichts erwarten; denn der Schwache am 
Geist konnte nichts thun, und der Andere mit| | 
weitern Ab= und Aussichten schwieg aus Klug= 
heit. Und was geschah? Wer am meisten 
vermochte, erhielt eine Nebenschule, welche 
seine öffentliche Schule nicht nur an Anzahl, 
sondern auch an Einkünften weit übertraf. 
Daß sich indessen trotz der bedrängten Lage 
dieses Standes immer noch Männer genug 
finden, welche in Hoffnung besserer Zeiten und 
aus wahrer Liebe für die gute Sache sich da¬ 
zu hingeben beweißt nichts gegen die Haupt¬ 
sache. Genug, mit dieser Erziehung und mit 
der Begünstigung jener Privatinstitute war es 
um die öffentlichen Schulen geschehen. 
Was aber ihr Ansehen noch mehr unter= 
gräbt, ist die Sucht einzelner Stände nach Aus= 
zeichnung vor den sogenannten geringern. Wer 
nur irgend einiges Vermögen besitzt, behält seine 
Kinder aus der verrufenen Schule zurück, und 
läßt ihnen entweder Privatunterricht geben, wo¬ 
gegen im Ganzen nichts einzuwenden wäre, wenn 
er
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer