Full text: Wetzel, Franz Xaver: ¬Die Frau

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nichts Ermüdendes an sich. Sie war eine naturgemäße 
Entwickelung von Kräften, die sich unter den Augen 
Gottes so schön entfalteten, wie die Blume unter dem 
warmen Sonnenstrahl. Es war also noch keine eigent- 
liche Arbeit voll Anstrengung und Mühe. Die ganze 
Schöpfung bildete eine großartige Lob- und Dankes¬ 
hymne auf den Schöpfer, und die menschliche Thätigkeit 
mischte sich wie ein freudiger Accord in die wundervolle 
Harmonie. 
Leider sollte es anders werden. Der Mensch lehnte 
sich auf gegen Gottes Gebot und störte den herrlichen 
Einklang durch seinen Ungehorsam. Von da an geht 
ein tiefer Riß durch die Schöpfung. Alle Verhältnisse 
sind erschüttert. Gott sucht den sündigen Menschen auf 
im Paradiesesgarten, und in Worten, deren Widerhall 
nie mehr vergeht, verkündigt der Herr ihm mit der Strafe 
zugleich das ewige und unabänderliche Gesetz seines 
Lebens: „Verflucht sei die Erde um deinetwillen! 
In vieler Arbeit sollst du aus ihr dich nähren 
alle Tage deines Lebens! Dornen und Disteln 
soll sie dir tragen. Im Schweiße deines An¬ 
gesichtes sollst du dein Brotessen, bis du wieder¬ 
kehrest zur Erde, von der du genommen bist." 
Digitalisierungsvorlage 
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Biblioth
	        
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