Full text: Wetzel, Franz Xaver: ¬Die Frau

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schwindsüchtige Schönheiten. Lehrt sie gute, starke Schuhe 
tragen. Lehrt sie Einkäufe machen und nachrechnen, 
ob die Rechnung auch stimmt. Saget ihnen, daß sie 
Gottes Ebenbild mit starkem Schnüren nur verderben 
können. Lehrt sie Selbstvertrauen, Selbsthilfe und Ar¬ 
beitsamkeit. Saget ihnen, daß ein rechtschaffener Hand¬ 
werker in Hemdärmeln und mit der Schürze, auch ohne 
einen Cent Vermögen, mehr wert ist, als ein Dutzend 
reichgekleideter und vornehmer Tagediebe. Lehrt sie 
Gartenarbeit und die Freuden der freien Natur. Lehrt 
sie, wenn ihr Geld dazu habt, auch Musik, Malerei 
und Künste, bedenkt aber immer, daß das Nebensachen 
sind. Lehrt sie, daß Spaziergänge besser sind als Spa¬ 
zierfahrten, und daß die wilden Blumen gar schön sind 
für diejenigen, welche sie betrachten. Lehrt sie bloßen 
Schein verachten, und daß, wenn man ja oder nein 
sagt, man es auch wirklich so meinen soll. Sagt ihnen, 
daß das Glück in der Ehe weder von dem äußern Auf¬ 
wand noch von dem Gelde des Mannes abhängt, sondern 
allein von seinem Charakter. Habt ihr ihnen das alles 
beigebracht, und sie haben es verstanden, dann laßt sie, 
wenn die Zeit gekommen ist, getrost heiraten: sie werden 
ihren Weg schon dabei finden." 
Digitalisierungsvorlage 
Biblioth 
len ene netne un ehune
	        
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