Volltext : Klenk, Jakobine: ¬Die christliche Jungfrau in der Schule der Heiligen

—  8  —
mit  und  überhäuft  sie  mit  seinen  Tröstungen.  Er  sendet
aus  über  sie  einen  Strom  des  Friedens  und  läßt  ihr
Glorie  zufließen,  gleich  einem  Gießbache,  der  seine  Ufer
übertritt;  er  macht  sie  gleich  einem  Garten,  der  allezeit
frisch  bewässert  wird,  und  gleich  einer  Quelle,  deren
Wasser  niemals  versiegen.  Wer  könnte  darum  die
Seligkeit  beschreiben,  welche  eine  tugendhafte  Seele
schon  in  diesem  Leben  genießt?  Für  sie  gibt  es
keine  nagenden  Gewissensbisse  mehr,  welche  das  Herz
des  Bösen  foltern.  Für  sie  gibt  es  keine  Betrübniß
mehr,  weil  die  Tugend  dieselbe  verscheucht,  gleich
wie  das  Licht  die  Finsternisse  der  Nacht.  Eine  solche
Seele  ruft  im  Aufschwung  ihrer  heiligen  Freiheit
und  in  dem  Entzücken  ihres  Glückes  aus:  „O,  wie
süß  ist  der  Herr  Denen,  die  ihn  suchen  in  der  Ausübung -
  der  Tugend!  Ein  Tag  in  deinem  Dienste
zugebracht  ist  mehr  werth  als  tausend  Tage  im
Dienste  der  Welt!"  Wenn  du,  o  verführerische  Welt,
deine  Gunst  Denen  verleihst,  welche  deinen  Grundsätzen -
  folgen;  wenn  du  Freuden  und  Feste  hast,  um
deine  unglücklichen  Sklaven  zu  berauschen,  so  bietet
der  Herr,  Dessen  Erbarmen  unendlich,  und  Dessen
Großmuth  ohne  Grenzen  ist,  unaussprechliche  Gnaden
Jenen,  die  sich  voll  Liebe  unter  das  Joch  seines
heiligen  Gesetzes  beugen.
O  Tugend,  dein  Werth  übertrifft  den  des  reinsten
Goldes,  und  alles  Silber  der  Welt  vermag  dich
nicht  aufzuwägen.  Was  sind  neben  dir  alle  Stoffe
Indiens  mit  ihren  lebhaften  Farben,  was  der  Saphir -
  mit  seinem  Glanze?  Mit  ihr  sind  weder  Gold,
noch  Krystall,  noch  die  kostbarsten  Gefäße  zu  vergleichen; -
  alle  Güter  aber  erlangen  wir  mit  ihr.
Digitalisierungsvorlage:
ax  planck  institute  for  Hluman  Developme
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer