Full text: Hug, Gallus J.: ¬Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte

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folgende Thatsache Im Elsaß hörte ein Vater bei einer 
Mission, wie man auch erwachsene Söhne und Töchter 
zu bestrafen habe. Er hatte zwei etwas leichtfertige Töchter; 
als diese die Mission in der Nachbargemeinde besuchen 
wollten, freute er sich und ließ sie getrost hingehen. Als 
sie spät in der Nacht ganz erhitzt heimkehrten, sprach der 
Vater voll hl. Zornes: „Nicht von der Mission kommt 
ihr, sondern vom Tanze." Als sie erschrocken die Wahr¬ 
heit gestanden, nahm er einen Riemen und stäubte sie ge¬ 
hörig durch, daß er am Morgen glaubte, zu weit gegangen 
zu sein. Deswegen legte er den Fall einem Missionar 
vor, der ihm sagte: „Nein, nein, nicht zu viel, Sie haben 
es ganz recht gemacht." 
Christliche Eltern, vergesset das nicht, denn auch ihr 
könnet in diese Nothlage kommen, wenn ihr in enerem 
Hause Zucht und Ordnung aufrecht erhalten und Söhne 
und Töchter vor zeitlichem und ewigem Unglücke bewahren 
wollet. Damit wir nun diese Pflicht immer klarer ver¬ 
stehen, komme ich jetzt zur Beantwortung der dritten 
Frage: Was ist zu bestrasen? 
Aber das wissen Alle. Und doch wird in dieser 
Hinsicht so viel gesündigt zum Verderben der Jugend. 
Seht nur! 
Von allem darf nichts Gutes bestraft werden. Aber 
das ist ja unmöglich. Unmöglich? Wenn ein Kind am 
Freitag kein Fleisch essen, am Sonntag nicht ohne Noth 
arbeiten, dafür aber den Gottesdienst fleißig besuchen, 
die hl. Sakramente oft empfangen, vor und nach Tisch 
beten will, darf man es deswegen anfahren, hart behandeln 
oder gar mit der Ruthe schlagen? Wenn man ein größeres 
Mädchen seiner Sittsamkeit wegen mit Strafen bedroht 
oder schlägt, — Tag des Herrn, wie groß und schrecklich 
in seinem Augenblicke, wo die Flammenruthe Gottes daher¬ 
blitzt im Donner der Verurtheilungsworte: „Weichet von 
- 
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 
M. 
Digtalserungsvorlage.
	        
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