Full text: Egger, Augustinus: ¬Der christliche Vater in der modernen Welt

Art Nötigung zusammen. Schon das an-
dächtige Beten des Vater unsers (fünfte
Bitte), das Abendgebet wird den Zwist wie-
der ausgleichen und der nächste Empfang
der heiligen Sakramente den Frieden neu
besiegeln. Eheleute, die in der Furcht Gottes
geeint sind, können durch irdische Kleinig-
keiten und ihre eigenen Schwachheiten nie
weit auseinander gerissen werden. In den
wechselnden Schicksalen dieses Lebens werden
sie einander in ihren christlichen Gesinnungen
den Balsam des Trostes für die Leiden
und die echte Würze für die Freuden gegen-
seitig darreichen. Wenn von irgend jemand,
so gilt von solchen Eheleuten: Geteilter
Schmerz ist halber Schmerz, geteilte Freude
doppelte Freude.

Aus der Gottesfurcht beider Gatten kann
und soll das innere Glück der Ehe in der
Treue und Liebe, in der Uebereinstimmung
ihrer Wünsche und Bestrebungen, in der
gleichen Hoffnung, in gegenseitigem Troste
herauswachsen. Und wenn ein Ehepaar in
dieser Weise den Herrn fürchtet und Ihm
dient, so kann ihm auch der Segen des
Allerhöchsten nicht fehlen, den Er schon durch
den Psalmisten verheißen: ‘„Siehe, so wird
der Mann gesegnet, der den Herrn fürchtet.“’

(Ps. 127, 4.)

Aus dem Gesagten ist auch zu ersehen, wie
wichtig es für den Mann ist, eine christlich
gesinnte und tugendhafte Frau zu bekommen,
und wie viel für die höchsten Zwecke des
ehelichen Lebens verloren ist, wenn die Gat-
ten nicht gleichen Glaubens sind. Der hei-
lige Ambrosius hat ein wahres Wort ge-
sprochen, nach welchem unendlich vieles für
Zeit und Ewigkeit entschieden wird, als er
sagte: ‘„Bei der Ehe handelt es sich vor
allem um die Religion.“’
Tertullian führt
diesen Gedanken etwas weiter aus: ‘„Mit-
sammen beten sie, gehen sie zur Kirche,
knien sie am Tische des Herrn, mitsammen
sind sie in der Trübsal, mitsammen in der
Freude. Will eines in das tägliche Opfer
gehen, wird es vom andern nicht verspottet,
will eines seine frommen Gewohnheiten im
Hause betreiben, wird es vom andern nicht
gestört. Es schämt sich keines vor dem an-
dern, offen das Kreuz zu machen, offen das
Gebet zu verrichten, ungeniert Gott zu die-
nen. Dies das Glück einer Ehe, welche die
Kirche heiliget, das Meßopfer bekräftiget,
der Segen des Sakramentes besiegelt. So
tragen zwei Christen das eheliche Joch, die
eines Glaubens, einer Hoffnung, des-
selben Taufgelöbnisses, derselben Kirchenge-
meinschaft, eines und desselben Gottesdienstes
sind. Dessen aber freut sich Christus, der Herr,
deshalb sendet Er ihnen auch vom Himmel
seinen Frieden ins Haus, ja Er selbst kehrt
bei ihnen ein, um da, wo zwei in seinem
Namen beisammen sind, in ihrer Mitte zu
sein. Wo aber Er ist, da ist der Böse
nicht.“’
So Tertullian (in der Uebersetzung von
Stolberg.)

(Gebet um Erneuerung der Standesgnade. Seite 446.)

13. Die Mutter.

Das Weib steht als Gattin schon hoch,
aber erst als Mutter erlangt es seine volle
Bedeutung. Die Würde, die Pflichten, die
Sorgen und Freuden der Mutter stehen hin-
ter denen des Vaters nicht zurück. Die Würde
des Weibes hat durch den Sündenfall noch
mehr gelitten als die des Mannes und ist
bei den Völkern der Heiden in Schmach und
Erniedrigung völlig begraben worden. Um
so mehr ist seine tiefgesunkene Würde durch
das Christentum wieder erhöhet und befestiget
worden. Als Jungfrau und Gattin hat es

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