Full text: Egger, Augustinus: ¬Die christliche Mutter

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Das schwache Geschlecht. 
Solche Leute sind zum Teil wirk¬ 
lich krank, aber noch viel mehr sind 
sie es in ihrer Einbildung, sie fühlen 
sich unglücklich, ohne zu wissen warum, 
die Umgebung sollte ihre Wünsche 
schon erfüllt haben, bevor sie ihnen 
einfallen, ein Verdruß, eine Kränkung 
bringt sie aus der Fassung, einer An¬ 
strengung sind sie nicht fähig, nicht 
einmal eines ernsten Entschlusses, das 
Leben ist eine Qual für sie, weil man 
sie nicht gewöhnt hat, seine Lasten zu 
tragen. Sie möchten durch dasselbe 
eilen wie ein Schmetterling, der von 
Blume zu Blume flattert. Unter den 
Härten, die das Leben nun einmal für 
alle bat, brechen sie mutlos zusammen. 
Ein solch krankhafter Zustand ist 
bekanntlich nicht frei von sittlichen Ge¬ 
fahren, aber jedenfalls sind solche Leute 
ein Kreuz für sich selber mit ihren 
Einbildungen, ihrer innern Aufregung 
und Unruhe, und für ihre Umgebung 
durch ihr unerträgliches Benehmen. 
 
L 
Digitalisierungsvorlage: 
Bibliothek des Bischöflichen Prie 
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 
Aax 
Trier
	        
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