Full text: Egger, Augustinus: ¬Die christliche Mutter

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Das schöne Geschlecht 
vinnen der Welt von ihr innerlich verach¬ 
tet werden. Die Achtung ist dem Schat¬ 
ten vergleichbar, der vor dem flieht, 
der nach ihm hascht, aber dem folgt, 
der nicht auf ihn achtet. 
Thöricht ist die Eitelkeit, weil sie 
nicht bekommt, was sie sucht, doppelt 
thöricht, weil sie wirkliche Güter für 
eine Einbildung opfert, nämlich das 
Glück ihres Herzens und ihrer Familie 
für einen trügerischen Schein von Glanz 
in der Welt. Ein französischer Schrift¬ 
steller schildert folgende Szene: „Sehet 
da ein junges 
chönes Weib, auf sei¬ 
nen Fauteuil 
hingesunken, den Kopf 
wie eine Statue mit 
in der Hand 
dem Ausdruck des höchsten Schmerzes. 
Warum weint 
sie? Hat der Tod ihr 
Kind weggerafft, oder ist von der 
Börse eine Unglücksbotschaft gekommen? 
Nichts von alledem. Ihr Gatte hat 
ihr einen Schmuck verweigert, und ver¬ 
kürzt um ihren Triumph beim näch- 
sten Balle, denkt sie eben an eine an¬ 
 
 
Digitalisierungsvorlage: 
Bibliothek des Bischöflichen Priesterse 
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 
Ma 
Trel
	        
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