Full text: Egger, Augustinus: ¬Die christliche Mutter

Kommunionandacht.

Textabbildung, S. 499

Vorerinnerung.

Die heilige Kommunion ist die erhabenste
und segensreichste Handlung des Christen,
weil er da nicht bloß irgend eine besondere
Gnade, sondern den Ursprung aller Gnaden,
den göttlichen Erlöser selber in sein Herz auf-
nimmt.

Die Wirkungen der würdigen Kommu-
nion sind vorzüglich folgende: 1. Vermehrung
der heiligmachenden Gnade, 2. Schwächung der
bösen Neigungen und Kraft zum Wachstum
im Guten, 3. Tilgung der läßlichen Sünden
und Bewahrung vor Todsünden, 4. das Unter-
pfand der künftigen Auferstehung und des
ewigen Lebens. Jesus Christus selbst hat uns
die Versicherung gegeben: ‘„Wahrlich, wahrlich
sage Ich euch, wenn ihr das Fleisch des Men-
schensohnes nicht essen und sein Blut nicht
trinken werdet, so werdet ihr das Leben nicht
in euch haben. Wer mein Fleisch ißt und mein
Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und Ich
werde ihn am jüngsten Tage auferwecken.“’

(Joh. 6, 54.)

Diese Gnaden werden dem zu teil, der die
heilige Kommunion würdig empfängt. Die
würdige Kommunion erfordert eine rechte Vor-
bereitung
sowohl dem Leibe als der Seele
nach. In Bezug auf den Leib gehört dazu,
daß man von Mitternacht an nüchtern sei
(außer in einer gefährlichen Krankheit), und
daß man reinlich und anständig gekleidet in
der Kirche erscheine.

Für die Seele besteht die erste Bedingung
einer würdigen Kommunion in der Reinigkeit
des Gewissens, d.h. darin, daß man von
allen schweren Sünden frei und somit
im Stande der Gnade sei. Läßliche Sünden
machen die Kommunion nicht unwürdig, doch
soll man sich auch so viel möglich von diesen
reinigen, damit die Gnade im Herren unge-
hinderter wirken kann. Wer aber wissentlich
in einer Todsünde kommuniziert, begeht eine
sehr schwere Sünde, einen erschrecklichen Gottes-
raub, wie Judas, und ißt sich das Gericht und
die Verdammnis hinein. Der heilige Apostel
Paulus hat darum die ernste Mahnung gegeben:
‘„Der Mensch prüfe sich selbst, und so esse er
von diesem Brote und trinke aus diesem Kelche.
Denn wer unwürdig ißt und trinkt, der ißt
und trinkt sich das Gericht, indem er den Leib
des Herrn nicht unterscheidet.“’
(I. Kor. 11. 28.)

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