Full text: Cramer, Wilhelm: ¬Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll

heiten bewußt zu werden, und dann am Tage noch
weniger dessen eingedenk ist, nicht nach und nach allen
Sinn für's Höhere verlieren? Und dann seine Gna-
denarmuth! Unser h. Glaube lehrt uns, daß der
Mensch, während er, um sein Heil zu wirken, die
Sünde meiden und seine Pflichten erfüllen muß, weder
zu dem einen noch zum Andern im Stande ist ohne
die Hülfe der göttlichen Gnade. Im Allgemeinen
liegt's im göttlichen Rathschlusse, daß der Mensch
diese Gnadenhülfe nur empfangen soll, wenn er in
gebührender Weise Ihn darum bittet. Darum soll
der Christ insbesondere jeden Morgen den Herrn um
die Gnaden bitten, deren er bedarf, um heut in den
Versuchungen zu bestehen, um heut Alles gut und
gottgefällig zu vollführen. Thut er's nicht, so werden
ihm nur zu leicht diese Gnaden fehlen und die Folge?
Er wird in der Versuchung wanken und fallen; der
Tag wird leer bleiben von wahrhaft guten, vor Gott
und für die Ewigkeit gültigen Werken, es wird leicht
ein Tag werden, welcher, anstatt dem Himmel näher
zu führen, weiter von ihm zurückdrängt, der Hölle
näher führt. Und wie erst, wenn's also Regel ist?!
Wenn kaum je ein Morgen oder Abend durch Gebet
geweihet wird?!

Und ist, wie wir vernahmen, vielfach für die
Männer, für die Väter die Gefahr, vom Irdischen
verstrickt zu werden, größer, werden sie leicht mehr
und heftiger von Versuchung angefochten, thut ihnen
dann das Gebet am Morgen und Abende nicht doppelt
Noth? O es unterliegt keinem Zweifel, daß in der
Unterlassung und Versäumniß dieser doch so einfachen
und leichten Uebung ein Hauptgrund mitliegt, warum
so oft bei Männern, bei Vätern so wenig christlicher

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