Full text: Cramer, Wilhelm: ¬Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll

zu mißbilligen, wenn ein Vater die Ruhe und Er-
holung, deren er unter den Anstrengungen des täg-
lichen Lebens bedarf, in einem anständigen Wirths-
hause, im Kreise von Freunden und Bekannten auch
bei – freilich mäßigem – Genusse geistiger Ge-
tränke sucht? Es ist eben nur das Uebermaaß und
die Ausschreitung in diesem Punkte, so Tadel verdient,
und wovor gewarnt werden muß. Unter den ver-
schiedenen nachtheiligen Folgen, welche damit verbun-
den zu sein pflegen, ist nicht eine der geringsten die,
daß der Geist christlicher Gottesfurcht und Frömmig-
keit darunter so wesentlich leidet und demnach an
einem Vater für die Kinder das, was für sie das
Wichtigste und Nothwendigste ist, mehr oder weniger
abhanden kommt.

Ist es vielleicht insbesondere der Sonntag, welcher
solchem unzeitigen Wirthshausleben gewidmet wird,
wo bleibt da die Weihe und der Segen dieses Tages,
wodurch der Bestand und das Gedeihen des christ-
lichen Geistes und Lebens so wesentlich und in so
hohem Grade bedingt ist. Oder was könnte, wenn
von Erbauung und religiöser Erhebung durch gottes-
dienstliche Feier und durch Gottes Wort dann über-
haupt noch die Rede sein kann, von diesen Ergeb-
nissen des Sonntags noch übrig bleiben, wenn ein
so namhafter Theil des Morgens und ein noch nam-
hafterer Theil des Nachmittags, vielleicht bis tief in
die Nacht hinein auf solche Weise verbracht wird?
Auf diese Art geht das religiöse Leben auch am
Sonntage leer aus, ja es wird durch die nachtheili-
gen Einflüsse, welche sich im Wirthshause geltend zu
machen Pflegen, gradzu geschädigt. Was Wunder,
daß dasselbe, da es im Laufe der Woche auch so

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