Full text: Cramer, Wilhelm: ¬Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll

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denn hinwiederum der Einzelne den Andern darin 
behülflich sein sollte. 
Wir errathen die gnädige Absicht Gottes leicht. 
Sollte dadurch, daß Viele dafür thätig wären, das 
Heil des Einzelnen voller werden, so bezweckte der 
Herr ohne Zweifel dadurch zugleich, daß ein Band 
heiliger Liebe mehr und mehr Alle innig umschlinge 
und einst in Ewigkeit die Auserwählten das beseligende 
Bewußtsein tragen möchten, zum Wohle und zur Be¬ 
glückung so vieler Andern beigetragen zu haben. 
Wie dem auch sei, die Wahrheit steht fest, das 
Wohl des einen Menschen ist auf manchfache Weise 
bedingt durch einen gewissen heilsamen Einfluß der 
Andern, so sehr, daß derselbe ohne diesen das für 
ihn Erwünschliche gar nicht oder nur in viel gerin¬ 
gerem Maße erreiche. Unterlassen und versäumen 
es die Betreffenden, diesem oder jenem in nothwen- 
diger oder erwünschlicher Art Gabe, Hülfe, Erleich¬ 
terung, Trost, Unterstützung, Belehrung, Anleitung, 
heilsamen Einfluß u. s. w. zuzuwenden, so bleibt 
demselben das alles vorenthalten; er bleibt in seiner 
Noth, er erlangt nicht das erwünschte Heil. Der 
Herr tritt nicht ersetzend ein. 
Wohl nirgends ist das aber in so hohem Grade 
der Fall, wie bei den Kindern. Sie sind in jeglicher 
Weise angewiesen auf den heilsamen Einfluß des 
Vaters, der Mutter. Sind diese nicht darauf bedacht, 
das Ihrige zu thun, um sie zu guten Menschen zu 
machen, sie zum Heile zu führen, so werden sie nur 
zu leicht überhaupt keine gute Menschen, gelangen 
nicht zum Heile. Fraget jene unglücklichen Menschen, 
welche zu keinem rechten Lebensberufe gelangt sind, 
oder den Anforderungen ihres Berufes nicht ent¬ 
Digitalisierungsvorlage: 
 
NErb. 
Max Planck institute for kluman Developme 
Pund
	        
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