Volltext: Cramer, Wilhelm: ¬Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll

men , sogar sehr seltene. Regel bleibt es, daß Kin-
der, an welchen der Vater (und mit ihm die Mutter)
die Pflicht nicht erfüllt hat, nicht wahrhaft gute Men-
schen werden, nicht oder nicht in gebührender Weise
zum Heile gelangen. Die Rathschlüsse des Herrn
sind für den schwachen menschlichen Verstand viel-
fach unerforschlich. Fragt man, warum der Herr,
was er doch an einzelnen verwahrlosten Kindern
thut, nicht an allen, ja in der Regel nicht thue,
so ist eine sichere Auskunft darüber oft genug nicht
vergönnt; aber Thatsache ist es, daß in der Regel
das, was die Eltern ihren Kindern vorenthalten, was
sie an ihnen verdorben haben, ihnen überhaupt vor-
enthalten und verdorben bleibt.

Tritt nicht beim einzelnen Menschen etwas
Aehnliches zu Tage? Handelt es sich darum, daß
er ein guter Mensch sei und werde, daß er seinen
Beruf erreiche und erfülle, daß er zeitliches und
ewiges Wohl erlange, so muß in allen diesen Be-
ziehungen ohne Zweifel Gott das Meiste thun -
durch Seine Gnade, durch gnadenvolle Fügungen und
Einwirkungen. Aber dennoch muß auch der Mensch
überhaupt und in jedem einzelnen Falle mit Hand
an's Werk legen; er muß, wenn es sich um die Voll-
führung eines guten Werkes, um Ueberwindung der
Versuchung, um Befreiung von Fehlern, um Er-
ringung von Tugenden handelt, überall die von Gott
ihm verliehenen Kräfte, Gaben und Fähigkeiten ein-
setzen und benutzen; erst dann, und nur so viel, als
er es thut, pflegt Gott das Seinige zu thun, mit
Seiner Gnadenhülfe ihm beizustehen und das Man-
gelnde zu ersetzen. Aber auch selbst das thut Er
meist nur dann und in so fern, wenn und in so

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