Full text: Cramer, Wilhelm: ¬Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll

Giebt's denn wollthuendere, labendere Erinnerungen,
als die an einen wahrhaft guten Vater?

O ja, ehrwürdig ist der Vatername. Ihn braucht
man daher, um in allen Verhältnissen und Kreisen
des Lebens das Gute, das Vortreffliche, das Vor-
zügliche, das Beste zu bezeichnen. Welch ein ehrendes
Zeugniß für einen Hausherrn, wenn sein Gesinde
aus dem Zuge des Herzens ihn ‘„Vater“’ nennt!
Welch ein Lob, wenn's von dem Vorsteher einer An-
stalt, einer Gemeinde heißt: Er ist den Genossen der
Anstalt, der Gemeinde ein Vater. Und giebt's für
einen Fürsten, König und Kaiser einen schönern Ruhm,
als wenn ihm der Name ‘„Landes vater “’ mit Recht
gegeben werden mag?

Oder gehen wir in geistliche Kreise: Während
der Priester eines seiner wichtigsten Aemter verwaltet,
wo die ganze Liebe und Sorgfalt seines Herzens in
Anspruch genommen wird, und die Gläubigen den
höchsten Beweis ihres Vertrauens zu geben pflegen,
da nennt man ihn mit dem Vaternamen ‘„Beicht-
vater “’
. – Wenn ein Seelsorger sich einer Seele
mit besonderer Sorgfalt annimmt, um sie auf den
Wegen der Vollkommenheit weiter zu führen, da heißt
er ihr ‘„geistlicher Vater “’ . – Pfarrer und Bischöfe,
welche ihres hohen und wichtigen Amtes mit beson-
derer Liebe und Sorgfalt walten, heißen Väter der
Gemeinden, der Diöcesen. – Ja selbst für den höchsten
Würdenträger in der h. Kirche, für ihr Oberhaupt,
für den eigentlichen Stellvertreter Jesu Christi hat
sich kein schönerer, treffenderer Name gefunden, als
der Name ‘„Vater“’ ; Papst heißt ‘„Vater“’ ; unser
ganzes Herz bewegt sich, wenn wir sagen: ‘„Unser
heiliger Vater .“’

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