Volltext: Cramer, Wilhelm: ¬Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll

zusetzen. Es enthält jene schönen Ermahnungen,
welche Tobias seinem Sohne gab, als er glaubte,
das Ende seines Lebens sei herangekommen: ‘„Höre,
mein Sohn, die Worte meines Mundes, und lege
sie wie eine Grundfeste in dein Herz. Wenn Gott
meine Seele aufgenommen hat, so begrabe meinen
Leib: und halte deine Mutter in Ehren alle Tage
deines Lebens: denn du sollst gedenken, was und wie
große Gefahren sie ausgestanden um deinetwillen in
ihrem Leibe. Wenn aber auch sie die Zeit ihres
Lebens vollendet hat, so begrabe sie neben mir. Und
alle Tage deines Lebens habe Gott in deinem Herzen,
und hüte dich, je in eine Sünde zu willigen, und
die Gebote des Herrn unseres Gottes außer Acht zu
lassen. Gib Almosen von deinem Vermögen, und
wende von keinem Armen dein Angesicht ab: denn
also wird geschehen, daß des Herrn Angesicht auch
von dir nicht abgewandt werde. Wie du es kannst,
also sei barmherzig. Wenn du viel hast, gib reichlich:
wenn du wenig hast, suche auch das Wenige gern
zu geben. Denn einen guten Lohn sammelst du dir
auf den Tag der Noth; weil das Almosen von jeg-
licher Sünde und vom Tode erlös't, und die Seele
in die Finsterniß nicht kommen läßt. Almosen gibt
großes Vertrauen vor dem höchsten Gott Allen, die
es geben. Hüte dich, mein Sohn, vor aller Unkeusch-
heit, begnüge dich mit deinem Weibe, und laß übri-
gens nie etwas Lasterhaftes von dir hören. Laß die
Hoffart niemals in deinem Sinne oder in deinen
Worten herrschen, denn alles Verderben hat in der-
selben seinen Anfang genommen. Wer dir etwas
arbeitet, dem gib alsbald seinen Lohn, und laß ja
deines Taglöhners Lohn nicht bei dir bleiben. Sieh,
daß du niemals einem Andern thust, was du nicht
willst, daß dir von einem Andern widerfahre. Iß
dein Brod mit den Hungrigen und Dürstigen, und be-
decke mit deinen Kleidern die Nackenden. Setze dein
Brod und deinen Wein auf das Begräbniß des Ge-
rechten, aber iß und trink nicht davon mit den Sün-
dern. Suche allzeit Rath bei einem Weisen. Lobe
Gott zu aller Zeit, und bitte ihn, daß er deine Wege
leite, und daß alle deine Anschläge in ihm verbleiben.’

‘Fürchte dich nicht, mein Sohn, wir führen zwar
ein armes Leben, aber wir werden viel Gutes erhalten,
wenn wir Gott fürchten, und alle Sünden meiden,
und Gutes thun.“’

Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer