Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

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bleiben kann. Ohne Zweifel bleibt das Kind frei, 
es hat seinen freien Willen, es muß nicht werden 
wie die Eltern. Es kann gut werden, wenn auch 
die Eltern schlecht sind. Aber es bekommt doch von 
den Eltern eine gewisse sittliche Neigung als Erbe, 
als Wiegengeschenk mit in's Leben. Darum wird 
es gewöhnlich nur mit größerer Mühe und unter 
längeren und härteren Kämpfen gut wenn es das 
Unglück hat, von schlechten Eltern abzustammen. 
Das ist ja auch allgemeiner Volksglaube, der sich 
auf eine vielhundertjährige Erfahrung stützt. Darum 
sagt man im Sprichwort: „Der Apfel fällt nicht 
weit vom Stamme." Darum kann man unter dem 
Volke so oft Ausdrücke wie folgende hören: „Das 
ist ein Familienfehler; diesen Fehler hat das arme 
Kind von seinem Vater oder seiner Mutter geerbt; 
das liegt in seiner Familie." 
Steht es nun fest, daß die Eltern gar leicht 
etwas von ihren sittlichen Eigenschaften auf das Kind 
vererben, haben sie dann nicht die ernste Pflicht, mit 
Entschiedenheit gegen ihre Leidenschaften und bösen 
Gewohnheiten anzukämpfen? nicht die ernste Pflicht, 
mit großem Eifer nach christlicher Tugend zu streben, 
um den Kindern nicht den sittlichen Todeskeim auf 
den Lebensweg mitzugeben? 
Die zweite Ursache, warum die sittliche Be¬ 
schaffenheit der Eltern so wichtig ist, besteht darin, 
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