Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

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ist die Tugend so schlicht und einfach, so natürlich 
treuherzig, so demüthig und einnehmend wie bei 
einem wahrhaft guten und unschuldigen Kinde. Da¬ 
rum mahnt uns auch alle der göttliche Heiland zu den 
Kindern in die Schule zu gehen und von ihnen zu 
lernen. „Wenn ihr nicht werdet wie die 
Kinder, so könnet ihr nicht in das 
Himmelreich eingehen." Ja vor Allem die 
Tugend eines braven, unschuldigen Kindes ist schön 
und anmuthig; eine Art himmlischen Glanzes und 
Zaubers ist über sie ausgegossen. Darum wird 
manchmal selbst der Bösewicht, der doch schon Jahre 
lang auf dem Wege der Sünde gewandelt ist und 
innerlich für alles Gute längst erstorben scheint, von 
ihrer Schönheit mächtig ergriffen, und ein schmerz¬ 
liches Sehnen nach verschwundenen besseren Tagen 
durch sie in seinem Herzen wachgerufen. Diese über¬ 
natürliche Schönheit der Tugend ihrer Kinder kann 
nicht ohne Einfluß auf das Elternherz bleiben. Der 
tägliche Umgang und innige Verkehr mit den christ¬ 
lich erzogenen und darum reinen und braven Kin¬ 
dern muß anziehend, erhebend und veredelnd auf 
die Eltern selbst wirken. Sie selbst können dadurch 
wieder kindlicher im guten Sinne des Wortes, kön¬ 
nen einfacher, harmloser, offenherziger und natür¬ 
licher werden. Es schwindet leichter die Selbstsucht, 
die so oft unsere Tugend entstellt. 
P. Matthias, Die christliche Familie. 
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Dogtalserungsvonage 
en 
an lanc inatunt or fumnan beretpne
	        
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