Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

es ihm durchaus nicht einerlei, mit wem er sie macht; er sieht sich nach einem Reisegefährten um, mit dem er gut auskommt. Niemand tadelt diese Vorsicht; im Gegentheil man billigt sie allgemein. Sollte man nun aber nicht noch viel vorsichtiger und behutsamer in der Wahl der Person sein, wenn es sich nicht um eine Verbindung handelt, die bloß einige Wochen andauert, sondern um eine solche, die vielleicht zwei Personen für dreißig, vierzig, ja fünzig Jahre mit einander vereinigt, um eine Verbindung, bei der fast Alles gemeinschaftlich ist, bei der es gewöhnlich viel Kreuz und Leiden ge¬meinschaftlich zu tragen gibt, um eine Verbindung, so fest und innig, wie keine zweite mehr unter den Menschen hier auf Erden sich findet? Sollte man da nicht vor Allem ernstlich darauf sehen, ob man auch gegenseitig die Eigenschaften und Fähigleiten besitze, einander glücklich zu machen? Und doch wie oft ist man in dieser Beziehung blind und trifft seine Wahl ohne alle ernste Ueberlegung.

Wenn das Band der Ehe nicht lösbar ist und darum die Eheleute für ihr ganzes Leben in treuer Liebe mit einander vereinigt bleiben sollen, dann müssen sie zurückschrecken vor Allem, was die eheliche Treue verletzt, vor Allem, was dieses Band auch nur irgendwie lockert. Die eheliche Treue aber wird schon verletzt durch jeden freiwilligen Ge- Note: P. Matthias, Die christliche Familie. 2

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