Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

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geistiger, sittlicher und religiöser Beziehung. Es 
bedarf Jahre lang der liebevollen Sorgfalt der 
Mutter und der mehr ernsten Autorität des Va¬ 
ters, wenn es unversehrt aus den Klippen und 
Gefahren, die ihm drohen, entkommen, wenn etwas 
Rechtes aus ihm werden soll. Wenn nun aber 
Vater und Mutter, sobald die bethörende Leiden¬ 
schaft ihnen einen Grund der Scheidung vorspiegelt, 
sich von einander trennen und den Bund, den sie 
am Altare mit einander geschlossen haben, auflösen, 
muß dann dadurch nicht die Erziehung der Kinder 
überaus erschwert, ja in den meisten Fällen ganz 
unmöglich gemacht werden? So würde dann der 
Hauptzweck, zu welchem die Ehe von Gott eingesetzt 
wurde, geradezu vereitelt. 
Und noch etwas: Gerade der Mutter kosten 
die Kinder so viel Sorgen, Schmerz und Kummer, 
ja manchmal viel von ihrer Gesundheit. Dafür 
verdient sie von Seiten des Mannes eine große und 
beharrliche Liebe. Wie könnte nun aber eine 
Mutter sich freudig mit der ganzen Liebe ihres 
Herzens für die Kinder und die Familie auf¬ 
opfern, wenn sie immerdar fürchten müßte, ihr 
Mann könne sie eines Tages verlassen, um mit 
einer anderen Frau zu leben? Müßte sie nicht allen 
Opfergeist verlieren zum größten Schaden der Fa¬ 
milie? 
Genseunes 
I 
Max Planck institute for Hluman Developme
	        
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