Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

große Autorität; sie sind die Personen, auf welche sie am meisten halten, deren Worte sie am ehesten glauben und deren Beispiel sie am liebsten nach¬ahmen. Bemerken nun die Kinder, daß die Eltern ihren Glauben lieben, daß es für sie ein wahres Ve-dürfniß ist, in Gemeinschaft mit einander zu beten und daß sie in diesem Gebete ihren Trost und ihre Kraft finden, dann muß auch den Kindern die Religion und das Gebet als etwas Heiliges und Ehrwürdiges erscheinen; sie werden es nicht leicht als eine unbedeutende Nebensache, die man nicht zu achten braucht, ansehen, und sie werden darum stets auch selbst gern beten, auch später, wenn sie das Elternhaus verlassen haben. Und das allein ist ein sehr großer Nutzen für dieselben. Denn ein gut betendes Kind ist ein braves Kind und bleibt ein braver Jüngling oder eine brave Jungfrau, so lange es gut und regelmäßig seine Gebete verrichtet. Noch einen andern großen Vortheil bringt das gemeinschaftliche Gebet in der Familie den Kindern. Vom göttlichen Heilande wird erzählt, wie er eines Tages kleine Kinder liebevoll gesegnet habe. Die Jünger halten es für eine unbescheidene Zudring-lichkeit, daß die Mütter mit ihren kleinen Kindern zum Herrn kommen und seine Zeit und seine Auf¬merksamkeit in Anspruch nehmen; sie meinen, man solle ihren Meister, der Wichtigeres zu thun habe.

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