Volltext: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

sie hält alle Glieder der Familie mit Ernst an, daß sie ihre Pflichten treu und gewissenhaft erfüllen, die Eltern, daß sie ihre Kinder für Gott und die Tugend mit aller Sorgfalt erziehen, die Kinder, daß sie ihren Eltern als Stellvertretern Gottes Ehre, Liebe und Gehorsam erzeigen, die Dienstboten, daß sie mit Pünktlichkeit und Willigkeit ihren Obliegenheiten nach¬kommen. Dadurch muß unsere Religion die Ordnung und das glückliche Zusammenleben in der Familie auf die sicherste Weise bewirken und erhalten.

Nun wird aber die Religion selbst in der Fa¬milie am besten bethätigt und bewahrt durch das Gebet. Religion ist ja die Vereinigung, die Ver¬bindung des Menschen mit Gott. Wenn wir aber beten, dann treten wir in lebendigen Verkehr mit Gott. Ganz mit Recht sagt Clemens von Alexan-drien: ‘„Das Gebet ist ein vertrauter Um¬gang mit Gott, eine Art Vereinigung mit ihm." ’ Schön spricht darüber P. Deharbe, S. J. in seiner bekannten Erklärung des Katechismus: ‘„Der Betende erschwingt sich in Wahrheit von der Erde zum Himmel, vom Schatten zum Lichte empor; er dringt ein in das Heiligthum der göttlichen Maje¬stät, gesellt sich den Chören der seligen Geister bei und verkehrt mit dem Allerhöchsten wie ein Unter-than mit seinem Könige, wie ein Freund mit seinem Freunde, wie ein liebendes Kind mit seinem liebreichsten Vater. Alle Seelenkräfte des Netenden: Gedächtniß, Verstand, Herz und Wille vereinigen sich bei diesem Verkehre mit dem Allerhöchsten durch Lob, Preis, Anbetung, Sehnsucht, Verlangen und ganz besonders durch Acte des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Denn im Gebete üben wir den Glauben an die göttliche Weisheit und Allmacht, an die lieb¬reiche Vorsehung unseres Vaters im Himmel; wir üben ferner unsere Hoffnung auf die göttliche Güte, Barmherzigkeit und Treue in seinen Verheißungen; üben endlich auch die Liebe, diese schönste aller Tugenden, die da macht, daß wir Eines Geistes und Willens werden mit Gott, dem Geliebten unseres Herzens. Oder wer könnte diesem Flammenmeer der Liebe sich nahen, ohne selbst von heiligem Feuer zu erglühen? Das Herz der Jünger, die nach Emaus gingen, brannte vor Liebe und Eifer, während sie sich mit Jesus unterhielten; so wird auch unser Herz entbrennen, wenn wir im Gebete mit Gott verkehren."’ So wird durch das Gebet die Ver-einigung und Verbindung mit Gott, also die Re¬ligion in der schönsten und besten Weise bethätigt, unterhalten und gestärkt. Wo darum in der christ¬lichen Familie fleißig und gut gebetet, besonders auch gemeinschaftlich gebetet wird, wo alltäglich die Eltern im Verein mit ihren Kindern solchen liebe¬vollen Verkehr mit Gott unterhalten, wo in der

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